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Ein Studienprogramm gegen Fachkräftemangel und Jugendarbeitslosigkeit

Eröffnung eines deutschen Programms für Gesundheitswissenschaften

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Die EMA-Partnerin Hochschule für Gesundheitswissenschaften in Casablanca, die Ecole Supérieure des Sciences de la Santé (ESSS), hat zu Beginn des akademischen Jahres 2019/2020 das „Deutsche Programm“ angekündigt. Neben der EMA arbeitet die ESSS auch mit der Deutschen Gesellschaft für Bildung und Arbeit (GBB), dem Goethe-Institut, der Charité - Universitätsmedizin Berlin und dem German Business Center (GBC) in Casablanca zusammen.

Das gesundheitswissenschaftliche Programm wird auf Deutsch unterrichtet und zielt darauf ab, Gesundheitskräfte in Übereinstimmung mit den europäischen Standards der Hochschulbildung auszubilden sowie den AbsolventInnen eine Beschäftigung in Deutschland zu ermöglichen. Das „Deutsche Programm“ ist eine Win-win-Initiative für die marokkanischen und deutschen Interessengruppen. Es trägt zu den Bemühungen bei, den Fachkräftemangel in Deutschland und die Jugendarbeitslosenquote in Marokko zu senken.

Fachkräftemangel der Gesundheitsberufe in Deutschland

Der deutsche Gesundheitssektor, in dem rund zehn Prozent der 44,3 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland beschäftigt sind, weist eine der schnellsten Wachstumsraten auf – dreimal so hoch wie die der Gesamtvolkswirtschaft, bedingt durch die steigende Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen und die Demographie des Landes. Der deutsche Arbeitsmarkt leidet unter einem gravierenden Mangel an qualifizierten medizinischen- und Pflegefachkräften. Quantitativ liegt der Mangel zwischen 120.000 und 200.000 Fachkräften. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit sind vor allem vier Gesundheitssektoren von diesem Mangel betroffen: Ärzte, Krankenpflegekräfte, Fachärzte für Rehabilitation und Altenpflegehilfskräfte. Statistiken zufolge sind fast zwei Drittel der Gesundheitseinrichtungen mit durchschnittlich 4,3 Personen unterbesetzt.

Ein neuer Ansatz, um unterbesetzte Stellen zu verringern

Trotz erheblichen Anstrengungen deutscher Hochschulen und Ausbildungseinrichtungen konnte dem Fachkräftemangel bisher nur bedingt entgegengewirkt werden, infolgedessen haben sich die Gesundheitseinrichtungen in jüngster Zeit darauf konzentriert, fehlendes Personal aus dem Ausland zu rekrutieren. Allerdings gibt es dabei bisher viele Schwierigkeiten wie Sprachbarrieren, kulturelle Unterschiede oder Probleme bei der Anerkennung von Qualifikationen. Das soll sich mit dieser deutsch-marokkanischen Kooperation ändern.

Potenzial der marokkanischen Jugend

In Marokko machen junge Menschen rund 30 Prozent der Bevölkerung aus. Ziel dieses Programms ist es dementsprechend, jungen Marokkanern durch die Ausbildung eine Möglichkeit zu geben, wettbewerbsfähig zu sein und die offenen Stellen der deutschen Gesundheitseinrichtungen zu besetzen.

Das deutsche Programm ist ein erfolgreiches Partnerschaftsmodell zwischen Marokko und Deutschland in Bezug auf Ausbildung und Beschäftigung im Rahmen der euro-afrikanischen Zusammenarbeit. Die EMA engagiert sich in diesem Projekt bei der Bedarfsermittlung im Gesundheitswesen in Deutschland, der Vermittlung von Praktika für Studierende und der Vereinfachung von Reise- und Behördenverfahren.

 

Projektpartner (Auswahl)

Projektinitiator - École Supérieure des Sciences de la Santé (ESSS)

Die ESSS ist ein Institut für höhere Bildung in Casablanca, das seit 2014 existiert. In den Gesundheitsberufen wird jungen MarokkanerInnen eine qualitativ hochwertige Ausbildung ermöglicht. Die Lehrinhalte stehen dabei im Einklang mit US- und europäischen Hochschulstandards. Man hat sich hierbei zum Ziel gesetzt, führende marokkanische Ausbildungsinstitution für Berufe im Gesundheitswesen zu werden.

www.esss.ac.ma

 

Projektpartner - German Business Center (GBC)

Das GBC im Herzen der marokkanischen Wirtschaftsmetropole Casablanca hilft Unternehmen dabei, ihre Geschäftsaktivitäten auf dem marokkanischen Markt aufzubauen. Beim GBC treffen etablierte und junge Unternehmen zusammen und gestalten gemeinsam die Zukunft. Von räumlicher und administrativer Unterstützung bis zu lokaler oder regionaler Handelsvertretung ist das GBC Ansprechpartner vor Ort für deutsche Unternehmen.

www.gbc.ma