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Dschibuti

Letzte Aktualisierung: 23. März 2017

Die am Horn von Afrika gelegene Republik Dschibuti ist mit einer Fläche von 23.200 km² (zum Vergleich: Mecklenburg-Vorpommern hat eine Fläche von 23.214 km²) und einer Einwohnerzahl von rund 850.000 eines der kleinsten Länder Afrikas. Seine geographische Lage am Roten Meer und Golf von Aden sowie die Nachbarschaft zu Äthiopien, Eritrea und Somalia machen es jedoch zu einem geostrategisch und wirtschaftlich wichtigen Standort.

Im April 2016 wurde Ismaïl Omar Guelleh zu seiner vierten Amtszeit als Präsident gewählt. Er regiert Dschibuti seit 1999. 2017 kann Dschibuti 40 Jahre Unabhängigkeit von Frankreich feiern. Dschibuti ist stark in die internationale Gemeinschaft eingebunden. Für den Kampf gegen die Piraterie vor der somalischen Küste, an dem sich auch Deutschland beteiligt, stellt Dschibuti den regionalen Flottenstützpunkt zur Verfügung.

Dschibutis Wirtschaft wächst und ist dabei relativ unberührt von der globalen Finanzkrise, dem sinkenden Ölpreis, dem steigenden US-Dollar-Kurs und dem sich verlangsamenden chinesischen Wirtschaftswachstum. Die Wachstumsraten sind seit 2011 von 4,2 auf 6,7 Prozent gestiegen und die Weltbank erwartet ein noch schnelleres Wirtschaftswachstum von bis zu sieben Prozent in den nächsten Jahren. Dies gründet sich vor allem auf den Anstieg von privaten und öffentlichen Kapitalinvestitionen.

Der Dienstleistungssektor bestimmt mit einem BIP-Anteil von über 80 Prozent das Wirtschaftsgeschehen. Seine wichtigsten Bereiche sind Häfen, Verwaltung, stationiertes ausländisches Militär und Luftverkehr. Der neue Containerhafen in Doraleh ist ein bedeutender Transit- und Umladehafen für die Länder in der Region – insbesondere für Äthiopien. Er ist der größte und modernste in Ostafrika. Dem Ease-of-Doing-Business-Index zufolge entwickelt sich Dschibuti positiv. Seine Werte haben sich in den letzten Jahren verbessert. Das Land setzt auf den Ausbau erneuerbarer Energien. Die EU unterzeichnete 2011 mit Dschibuti ein Abkommen zur Schaffung von vier Windkraftanlagen in Verbindung mit Meerwasserentsalzungsanlagen. Mit der Diversifizierung der Wirtschaft und ausländischen Direktinvestitionen sollen die Herausforderungen der Energie- und Wasserversorgung sowie die Abhängigkeit vom Hafengeschäft angegangen werden. Mehr