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Katar

Letzte Aktualisierung: 23. März 2017

Der Staat Katar umfasst eine Halbinsel im Arabischen Golf, deren Landzugang vollständig an Saudi-Arabien grenzt. Die Hauptstadt Doha liegt im Osten des Landes direkt am Meer. Das Land hat etwa 2,4 Millionen Einwohner und ist etwas kleiner als Schleswig-Holstein. Seit einigen Jahren genießt Katar verstärkt mediale Aufmerksamkeit – nicht zuletzt durch die Vergabe der FIFA-Fußballweltmeisterschaft 2022.

S.H. Scheich Tamim bin Hamad Al-Thani führt das Land als Staatsoberhaupt und Regierungschef seit 2013, als sein Vater zu seinen Gunsten abdankte. S.H. Scheich Hamad bin Khalifa hatte die wirtschaftliche und politische Öffnung des Landes eingeleitet. 1999 war Katar das erste Land in der Golfregion mit dem aktiven und passiven Kommunalwahlrecht für Frauen. Seit 2003 hat Katar eine neue Verfassung, die eine beratende Versammlung vorsieht.

Von einem Land, dessen Wirtschaft von Fischfang und Perlentaucherei bestimmt wurde, wandelte sich Katar seit der Unabhängigkeit 1971 rasant zu einem Industriestandort. Der Industriesektor machte 2013 vor allem auf Grund der Erträge aus der Mineralölindustrie rund 68,2 Prozent aus. Katar verfügt über die drittgrößten Erdgasreserven der Welt und war in den letzten Jahren der größte Exporteur von verflüssigtem Erdgas (LNG). Hinzu kommen eine florierende Düngemittelproduktion und Aluminiumindustrie.

Katars Führung setzt mittlerweile verstärkt auf eine Diversifizierung der Wirtschaft. Vor dem Hintergrund der Fußball-WM 2022 wurde das Infrastrukturprogramm Vision Qatar 2030 implementiert. Es stellt den Übergang zu einer wissensbasierten Gesellschaft dar. Dem Bereich der Finanzdienstleistungen wird besondere Bedeutung zugemessen. Auch der Umweltschutz genießt in Katar durch die Schaffung eines Umweltministeriums und einen Nationalen Umweltplan zunehmend politisches Gewicht.

Die Notwendigkeit zur Einschaltung lokaler Mehrheitspartner für Geschäftsgründungen wurde in den letzten Jahren abgeschwächt. In den Bereichen Bildung, Gesundheit, Industrie, Landwirtschaft und Tourismus sowie für Projekte im Zusammenhang mit Bodenschätzen und Energie ist ein solcher Partner nicht mehr zwingend erforderlich. In weiteren Bereichen wie Beratungsdiensten, IT, Sport und Tourismus wurde jüngst eine hundertrpozentige ausländische Eigentümerschaft zugelassen. Direktinvestitionen sollen auch dadurch erleichtert werden, dass die Körperschaftssteuer für ausländische Unternehmen durchgängig bei zehn Prozent liegt.