Länderprofile

Libanon

Letzte Aktualisierung: 22. Januar 2020

Die Libanesische Republik liegt am östlichen Mittelmeer und umfasst etwa zwei Drittel der Größe von Schleswig-Holstein. Die Einwohnerzahl beträgt ungefähr 6,1 Millionen. Sie grenzt im Süden an Israel und im Norden und Osten an Syrien. Die Hauptstadt Beirut liegt direkt an der Mittelmeerküste im Westen des Landes und beherbergt mit der American University of Beirut (AUB) eine der weltweit führenden Hochschulen.

Im Oktober 2016 wählte das Parlament Michel Aoun nach zweieinhalbjähriger Vakanz des Amtes zum neuen Präsidenten des Landes. Aus den Parlamentswahlen im Mai 2018, bei der erstmals ein Verhältniswahlsystem angewendet wurde, ging Aouns liberale Freie Patriotische Bewegung als stärkste Kraft hervor. Trotz der schwierigen innen- und außenpolitischen Umstände einigten sich die Parteien Anfang 2020 auf eine neue nationale Regierung, die die Währung, die wirtschaftliche Versorgungslage und den Arbeitsmarkt wieder stabilisieren soll. Das Wirtschaftswachstum lag in den letzten drei Jahren zwischen 0,2 und 0,6 Prozent, für 2020 wird ein Anstieg auf 0,9 Prozent erwartet.

Libanon ist die antike Heimat der Phönizier. Ihre heutigen Nachfahren setzen diese lange Tradition als Handelsnation fort. Das Land ist marktwirtschaftlich organisiert und durch die hohe Anzahl an Libanesen, die im Ausland leben, besteht eine enge internationale Verflechtung. Die Rücküberweisungen der Auslandslibanesen führen in der Regel zu einer gewissen wirtschaftlichen Stabilität.

Zu den wichtigsten Importgütern zählen Erdölerzeugnisse, Nahrungsmittel, chemische Erzeugnisse und Kraftfahrzeuge. Deutschland ist einer der größten Handelspartner für Libanon. Dienstleistungen im Tourismus- und Kommunikationssektor machen rund ein Viertel des BIP aus. Libanon ist insgesamt sehr serviceorientiert. Der Doing-Business-Report 2020 der Weltbank attestiert dem Land eine Verbesserung der Unternehmensregulierung und hebt vor allem die verbesserte Durchsetzbarkeit von Verträgen hervor.

Der Bürgerkrieg im benachbarten Syrien bleibt nicht ohne Spuren. In Libanon leben nach Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR rund 950.000 Flüchtlinge; das sind 15 Prozent der Gesamtbevölkerung – Tendenz rückläufig. Die verstärkte Nutzung des Hafens von Beirut und eine Verlagerung der Seehandelsrouten haben zukunftsfähige Alternativen zu bisherigen Warenströmen über Syrien geschaffen. Der libanesische Bankensektor und Finanzdienstleister entwickeln sich weitgehend unbeeinträchtigt von der Lage im Nachbarland.

 

Ministerien

Handelskammern und Wirtschaftsverbände

Medien

Diplomatische Vertretungen

Weitere Informationquellen

Aktuelle Tender