Länderprofile

Libyen

Letzte Aktualisierung: 14. November 2017

Libyen liegt am Südrand des Mittelmeers und grenzt im Osten an Ägypten und an den Sudan, im Westen an Algerien und Tunesien sowie im Süden an Niger und Tschad. Das Land ist etwa fünfmal größer als Deutschland. Die Hauptstadt Tripolis liegt an der Mittelmeerküste im Westen des Landes. Die zweitgrößte Stadt Bengasi bildet das Zentrum an der östlichen Mittelmeerküste Libyens. In Libyen leben ungefähr 6,7 Millionen Menschen, darunter etwa 800.000 Einwanderer.

Das Land ist als parlamentarische Republik verfasst, an dessen Spitze ein kollegialer Präsidialrat steht, in dem alle drei historischen Regionen Libyens (Tripolitanien, Fezzan und Cyrenaika) vertreten sind. Sein Vorsitzender ist seit 2015 der parteiunabhängige Fayiz Al-Sarraj, der zugleich als international anerkannter Premierminister die Regierungsgeschäfte führt. Seine Macht im Land ist jedoch begrenzt; Stämme und Milizen spielen eine wichtige Rolle außerhalb des Großraums Tripolis.

Libyen ist nur eines von vier arabischen Ländern, mit denen Deutschland ein Außenhandelsdefizit hat. 2015 überstiegen deutsche Importe aus Libyen die Exporte um rund 259 Millionen Euro. Sie bestanden fast ausschließlich aus Erdöl, wohingegen Nahrungsmittel und Maschinen mehr als die Hälfte der deutschen Ausfuhren ausmachen.

Die Öl- und Gasindustrie dominiert die libysche Wirtschaft. Libyen verfügt über die neuntgrößten nachgewiesenen Ölreserven der Welt. Strukturelle Mängel belasten jedoch das nachhaltige Wachstum noch. Zur angestrebten Diversifizierung der Wirtschaft wird der Sektor der erneuerbaren Energien ausgebaut. Attraktive Investitionsfelder bestehen in diesem Bereich ebenso wie im Bereich Wasser- und Abwassertechnologie zur Sicherstellung des Trinkwasserbedarfs in den bevölkerungsreichen Küstenregionen und zum Schutz vor Verschmutzung von Meer und Grundwasser. Mehr