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Tunesien

Letzte Aktualisierung: 14. November 2017

Die Tunesische Republik liegt am Südufer des Mittelmeers zwischen Algerien im Westen und Libyen im Osten. Das Land mit seinen 11,4 Millionen Einwohnern ist nicht ganz halb so groß wie Deutschland. Die Hauptstadt Tunis – an der Stelle des antiken Karthago – liegt im Norden des Landes direkt am Meer.

Tunesien war im Dezember 2010 der Ausgangspunkt für die politischen Umbrüche, die sich in vielen anderen arabischen Ländern fortsetzten. Seither ist ein lebhafter demokratischer Prozess in Gang gekommen. An der Spitze der Republik steht der 2014 gewählte Staatspräsident Béji Caid Essebsi. Die Regierungsgeschäfte führt seit 2016 der 1975 geborene Premierminister Youssef Chahed.

Die EU ist Tunesiens wichtigster Handelspartner. Ein Assoziationsabkommen mit der EU besteht seit 1998. 2016 begannen die Verhandlungen für eine vertiefte Zusammenarbeit im Rahmen einer Freihandelszone (DCFTA) zur Liberalisierung von Dienstleistungen und Agrargütern. Die tunesische Regierung möchte zudem die Union des arabischen Maghrebs (UMA) als Regionalorganisation und damit die ökonomische Integration in Nordafrika wiederbeleben. Deutschland exportiert vor allem Elektrotechnik, Kfz und Kfz-Teile, Maschinen und Textilien nach Tunesien und liegt auf Rang 4 der Hauptlieferländer.

Tunesien verfügt über eine moderne Wirtschaftsstruktur auf marktwirtschaftlicher Basis sowie wichtige Standortvorteile, die von ausländischen Investoren geschätzt werden: ein hoher Industrialisierungsgrad, eine gut ausgebaute Infrastruktur, die Nähe zu Europa sowie qualifizierte Arbeitskräfte, deren relativ hohe Produktivität und Steuervorteile für Exportbetriebe („Offshore-Sektor“). Den größten Anteil am BIP erwirtschaftet der Dienstleistungssektor (ca. 63,3% mit 51,7% aller Erwerbstätigen).

Tunesien ist ein relativ rohstoffarmes Land, jedoch weltweit der viertgrößte Olivenöl-Produzent. Die Nutzung von erneuerbaren Energien – insbesondere von Wind- und Solarenergie – spielt noch eine untergeordnete Rolle. Ihr Anteil an der Energieproduktion beträgt nur vier Prozent. Eine mittelfristige Energie-Strategie strebt bis 2030 einen Anteil von 30 Prozent an. Die größte Herausforderung liegt in der Beschäftigungsförderung für die relativ junge Bevölkerung und der Verbesserung der arbeitsmarktorientierten Aus- und Fortbildung.

Tunesien hat sich durch die Förderung des privaten Sektors und die Integration in die Weltwirtschaft eine gute Position in der Region erarbeitet. Das Investitionsklima ist grundsätzlich gut. Durch die Konzentration auf spezifische Branchen und die fortgesetzte Verbesserung der Infrastruktur und Vernetzung sollen private Investitionen in allen Regionen auch abseits der wirtschaftlich starken Küstenregion gefördert werden. Mehr

 

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