Empfänge

Jahresempfang der EMA

Bei tropischen Temperaturen und zum Einklang in das  Wochenende versammelten sich die Mitglieder der EMA in der Hauptstadt. Dort feierten sie gemeinsam mit ausgewählten Gästen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft das 8-jährige Jubiläum der EMA, nachdem sie auf der vorangehenden Mitgliederversammlung die Planungen für das EMA-Jahr 2017 maßgeblich mitgestalten konnten.

Unter den rund 100 Teilnehmern befanden sich zahlreiche Vertreter arabischer Botschaften sowie deutscher Ministerien und Verbände. Der Präsident der EMA, Bundespräsident a. D. Christian Wulff hob hervor, wie besonders es sei, dass die EMA zu diesem Anlass nicht nur zahlreiche Exzellenzen und Vertreter der Botschaften der EMA-Region versammeln konnte, sondern dass es auch dreifach gelungen sei, Botschafterpaare zu begrüßen: So wohnten dem Empfang jeweils der deutsche Botschafter und der Botschafter in Deutschland von Tunesien, Dschibuti und den Vereinigten Arabischen Emiraten bei.

In seinem Grußwort kritisierte Herr Wulff, dass der Maghreb bisher zu wenig ernst genommen werde und lobte in diesem Zusammenhang die Arbeit der EMA und deren Regionalvertretungen in Casablanca und Tunis. Er rief dazu auf, sich stärker dieser Region zu widmen und sie mit Investitionen und Ideen zu bereichern. Gleichzeitig betonte er auch die Wichtigkeit deutscher Präsenz in den Golfländern. In der EMA-Region habe man eine recht hohe Meinung von Deutschland. Eine wichtige Aufgabe für die Zukunft sei es, diese Wahrnehmung aufrechtzuerhalten und sich für mehr Kooperation einzusetzen.

Mit eindringlichen Worten setzte der EMA-Präsident sich anschließend gegen „Grenzen, Mauern und Abschottung“ ein. Die Zukunft der Länder der EMA-Region könne nicht in Auseinandersetzung liegen, sondern müsse sich durch ein Miteinander auszeichnen. Der EMA komme in diesem Kontext eine Schlüsselrolle als Brückenbauer zu. Somit könne sie dazu beitragen, auch in schwierigen Zeiten gesprächsfähig zu bleiben und gegenseitiges Verständnis füreinander zu schaffen.

Anschließend gab Dr. Andreas Reinicke, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Tunis, einen aktuellen Lagebericht aus Tunesien. Er betonte, dass sich Tunesien in einer Transformation von einer Diktatur zu einer Demokratie befinde. Da dieses etwas Neues in der arabischen Welt sei, habe das Land noch einen langen Weg vor sich. Mit den Worten „Das Glas in Tunesien ist nicht halb leer, sondern halb voll“ brachte Herr Dr. Reinicke seine Zuversicht zum Ausdruck, dass Tunesien diesen schwierigen Transformationsprozess meistern werde. Als positives Beispiel nannte er die aktuell stattfindende Kabinettsumbildung, welche sich in einem „intensiven demokratischen Prozess“ vollziehe. Mithilfe dieser Kabinettsumbildung versuche der 89-jährige Präsident Tunesiens einen von ihm angestrebten Generationenwechsel in der Regierung zu vollziehen und zur wirtschaftlichen Erholung des Landes beizutragen. Zu letzterer gehöre die Vereinfachung administrativer Strukturen, die Korruptionsbekämpfung sowie die Einführung dezentraler, marktwirtschaftlicher Strukturen. Aus diesem Prozess würden sich zahlreiche Chancen für deutsche Unternehmer ergeben.

Als gerade aus Abu Dhabi zurückgekehrter Botschafter berichtete Dr. Eckhard Lübkemeier von seinen Erfahrungen in dem fortschrittlichen Golfland. Er hob positiv hervor, dass die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) politisch stabil, wirtschaftlich dynamisch und religiös relativ offen seien. Sie hätten in den letzten 50 Jahren eine phänomenale Entwicklung vollzogen, wobei ein Großteil des heutigen Reichtums auf die Ölreserven zurückzuführen sei. Die VAE hätten aber als eines der wenigen Länder in der Region frühzeitig erkannt, dass eine Diversifizierung notwendig sei und seien deshalb bereits jetzt mitten in diesem Prozess – so verfügen die VAE über einen bereits relativ weitentwickelten Banken- und Finanzsektor und haben sich im Bereich Tourismus als internationales Drehkreuz etablieren können. Im Hinblick auf die anderen Länder der Region schloss Herr Dr. Lübkemeier seine Rede mit den Worten „Insofern könnte in den VAE ein Experiment stattfinden, das wegweisend sein kann – auch für andere“.

Zuletzt rief Dr. Volker Berresheim, kürzlich eingesetzter Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Dschibuti, die Anwesenden auf, sich persönlich von der strategisch reizvollen Lage und der Investorenfreundlichkeit Dschibutis zu überzeugen. Das 3. Deutsch-Arabische Logistikforum der EMA in Dschibuti und Äthiopien Anfang Oktober 2016 könnte hierfür der ideale Anlass sein.

Mit den Worten „Bleiben Sie uns gewogen, wir möchten mit Ihnen noch einiges bewegen“ schloss EMA-Präsident Christian Wulff den Jahresempfang und betonte damit noch einmal die ambitionierten Ziele der EMA.

Beim anschließenden Networking-Buffet mit atemberaubendem Ausblick auf Reichstag und Kanzleramt wurden anregende Gespräche geführt und Pläne für das kommende EMA-Jahr geschmiedet.