Neujahrsempfang

„Eine positive Vision für den Nahen Osten“

Bericht

Über 100 Partner und Mitglieder folgten der Einladung zum Neujahrsempfang der EMA, um das neue Jahr zu beginnen. Neben hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft und Politik, Wissenschaft und Kultur fanden sich auch Repräsentanten arabischer Auslandsvertretungen im Hotel Grand Elysée in Hamburg ein.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von EMA-Präsident Christian Wulff, der das vergangene Jahr Revue passieren ließ und auf die globalen Herausforderungen hinwies, die sich heute stellen. Gerade im Hinblick auf den „weltweiten Problemstau“ aus Gewalt, Klimawandel, gesunkenem Vertrauen in die Finanzmärkte, Flüchtlingskrise und dem rasanten Bevölkerungswachstum bei gleichzeitiger Wasser- und Nahrungsmittelknappheit sei es wichtig, mehr miteinander zu reden, um gemeinsam Lösungen zu finden. Die EMA habe sich bereits seit ihrer Gründung abseits der medialen Aufmerksamkeit mit diesen und anderen richtungsweisenden Themen beschäftigt. Der kooperative Lösungsansatz diene als Credo und Best-Practice-Beispiele sollten in den Mittelpunkt gerückt werden. „Wir brauchen eine positive Vision für den Nahen Osten“, forderte Wulff mit Verweis auf den KSZE-Prozess in Europa vor 1990.

 

© EMA    


„Eine Organisation, die gebraucht wird“

Durch partnerschaftliche Kooperationen auf Augenhöhe könne man ungenutzte Potenziale nutzen und zugleich wirtschaftliche und gesellschaftliche Strukturen stärken. An dieser Stelle dankte Wulff ausdrücklich den Unternehmerinnen im Mentoring-Projekt Ouissal für ihr vorbildliches Engagement, das nicht zuletzt auch Arbeitsplätze in der Region schaffe. Es sei insbesondere während der EMA-Delegationsreisen eindrucksvoll zu beobachten, was sich in den Ländern der Mittelmeer- und Nahost-Region tue. Konkrete Projekte dieser Art leisten einen unerlässlichen Beitrag zur herausragenden Rolle Deutschlands in den diplomatischen Beziehungen der heutigen Zeit. Die Arbeit der EMA sei heute so bedeutend wie selten zuvor und es sei bezeichnend, dass eine Organisation für sich beanspruchen könne, gebraucht zu werden.

 

© EMA    

  

„Libyen als Symbol der Zusammenarbeit“

Dem schloss sich auch der deutsche Botschafter in Libyen, Christian Much, an, der das Schwerpunktland des diesjährigen Neujahrsempfangs vorstellte. Mit seinem faktenreichen Vortrag „Libyen – Staatszerfall oder neue Chance?“ gab er den Gästen einen profunden Einblick in die Geschicke des nordafrikanischen Landes. Dabei erläuterte er sowohl historische Zusammenhänge als auch aktuelle politische Entwicklungen. Das potenziell sehr reiche Libyen stehe gewaltigen Herausforderungen gegenüber, angesichts derer sich die Verhandlungsparteien im libyschen Friedensprozess zum Konsens und Aufbau nachhaltiger gemeinsamer Institutionen gezwungen sehen. Much zeigte sich hoffnungsvoll: Das Friedensabkommen vom Dezember 2015 und die Geschwindigkeit, mit der binnen weniger Wochen die Kabinettsliste für Libyens neue Regierung vorgelegt wurde, belegen die Ernsthaftigkeit aller Verhandlungsparteien. Mit der erforderlichen ausländischen Unterstützung könne der Dialog fortgesetzt werden und Libyen auch für andere Länder als „Symbol der Zusammenarbeit“ dienen. „Es kann funktionieren“, schloss Much.

Nach seinem Vortrag stand Botschafter Much Rede und Antwort für die interessierten Fragen der Gäste. Diese nahmen das Angebot dankbar an. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch einen Sektempfang mit der Möglichkeit für B2B-Gespräche und ein Menü im stilvollen Ambiente des Spiegelsaals im Hotel Grand Elysée, bei dem sich die Gäste intensiv über aktuelle und geplante Projekte in der Region austauschen konnten.