Neujahrsempfang

„Marokko als Gateway für Afrika“

Bericht

Über 100 Partner und Mitglieder folgten der Einladung zum Neujahrsempfang der EMA, um das neue Jahr zu begehen. Neben hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft und Politik, Wissenschaft und Kultur fanden sich auch Repräsentanten arabischer Auslandsvertretungen im Hotel Grand Elysée in Hamburg ein.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von EMA-Präsident Christian Wulff, der das vergangene Jahr Revue passieren ließ und feststellte, dass es sich um ein „Jahr des 50:50“ gehandelt habe. Mit der Wahl Trumps zum Präsidenten Amerikas, der Entscheidung des Vereinigten Königreiches zum „Brexit“ sowie der Wahl Dudas zum polnischen Präsidenten seien wichtige Entscheidungen sehr knapp ausgefallen. Eine ähnliche Entwicklung erwarte er bei den kommenden französischen Präsidentschaftswahlen, die sowohl für die deutsch-französische Freundschaft als auch für die europäische Gemeinschaft einen Scheideweg darstellen. Um den Herausforderungen zu begegnen, denen sich die Demokratie zurzeit sowohl von außen als auch von innen ausgesetzt sehe, plädierte Herr Wulff für ein stärkeres zivilgesellschaftliches Engagement. Demokratie und eine liberale Gesellschaft sollten nicht als garantiert hingenommen werden, sondern müssen beständig gelebt und verteidigt werden.

„Ouissal eines der schönsten Projekte“

Um eben dieses zivilgesellschaftliche Engagement in der EMA-Region zu unterstützen, müssten Perspektiven und Erfolgsbeispiele aufgezeigt werden, an denen man sich orientieren könne. „Eines der schönsten Projekte“ in diesem Bereich sei das Ouissal-Projekt der EMA, bei dem Unternehmerinnen aus Deutschland, Marokko und Tunesien im vergangenen Jahr zusammenkamen und mit Freude und Energie diskutierten, sich vernetzten und Ideen austauschten. Durch solche Win-Win-Situationen würden Vertrauen gestärkt sowie Kontakte geknüpft und gepflegt, die für die internationale Zusammenarbeit unerlässlich sind.

„Marokko als Gateway für Afrika“

Dem schloss sich auch André Azoulay an, der das Schwerpunktland Marokko repräsentierte und persönlicher Berater von Seiner Königlichen Majestät Mohammed VI. ist. Herr Azoulay betonte das wirtschaftliche Potenzial Afrikas und stellte sein Konzept der „Vertikalen“ vor, das den geographischen Raum von Südafrika über das Mittelmeer und seine Anrainer bis Europa bezeichnet. Afrika sei der Garant für das Wirtschaftswachstum der Zukunft und könne vor allem seine landwirtschaftliche Tradition zur Nahrungssicherung beitragen. Durch sein Engagement habe sich Marokko bereits zu einem „Gateway für Afrika“ entwickelt und könne so Unternehmern beim Markteinstieg in Afrika behilflich sein. Die Vermittlerrolle Marokkos wird vor allem durch die dort herrschende kulturelle Vielfalt und religiöse Toleranz gestärkt – Werte, für die sich André Azoulay in herausragendem Maße einsetzt. In diesem Zusammenhang betonte er auch, wie wichtig es ist, Frauen die Übernahme einer aktiven Rolle in der Gesellschaft zu ermöglichen und dankte der EMA für die im Rahmen des Ouissal-Projekts errungenen Fortschritte in diesem Bereich.

Nachdem Herr Azoulay den interessierten Gästen Rede und Antwort gestanden hat, verlieh ihm Herr Wulff die Ehrenmitgliedschaft der EMA, um seinen besonderen Einsatz für Frieden und Völkerverständigung, religiöse Toleranz und kulturelle Vielfalt zu ehren.

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