Expertengespräche

Roundtable mit tunesischen Investitionsagenturen

2. Mai 2019 | Berlin

Auf ihrer Mission nach Deutschland traf die Delegation der Tunisia Investment Authority TIA und der Foreign Investment Promotion Agency FIPA auch mit Vertretern der EMA zusammen. Die hochrangigen Delegationsteilnehmer dieser zwei Regierungsagenturen, die für Investoren als Tor nach Tunesien dienen, stellten sich der EMA für künftige gemeinsame Aktivitäten etwa in den Bereichen Luftfahrt und IT sowie Agribusiness, Automotive, Elektronik, Pharmazeutik und Textilien vor.

Mit dem Roundtable nutzten die drei Parteien die Gelegenheit, Kooperationsmöglichkeiten zu erforschen und ihre gemeinsamen Interessen zu präsentieren, um Tunesien auf seinem erfolgreichen Weg zu einer dynamischen und diversifizierten Volkswirtschaft zu unterstützen. Mit ihrer umfassenden Erfahrung im tunesischen Markt teilt die EMA zahlreiche Ziele mit TIA und FIPA. An erster und wichtigster Stelle steht die Erleichterung des Marktzugangs für ausländische Investoren, was durch alle drei Organisationen vereinfacht und beschleunigt wird.

Wettbewerbsfähige Luftfahrt- und IT-Industrie

Obwohl es hochqualifizierte Arbeitskräfte und ein attraktives Geschäftsklima in Tunesien gibt, liegt der Anteil deutscher Investoren beispielsweise am tunesischen Luftfahrtsektor noch immer bei null. Dabei handelt es sich um einen wettbewerbsfähigen Markt mit über 17.000 Menschen in 81 Unternehmen, die fast 70 Prozent ihres Outputs (Ausstattung, Lackierarbeiten, Metall- und Plastikverarbeitung, Präzisionsmechanik, Software, Verkabelung uvm.) in die EU exportieren. Die diversen Spezialisierungen (Mechatronik, Elektrik, Wartung usw.) sind in mehreren Industrie-Cluster – darunter der Aerospace-Cluster in El-Mghira – gebündelt.

Jedoch kommt nicht nur dem Luftfahrtsektor eine herausgehobene Stellung zu. Auch im IT-Sektor wächst der Markt stetig. Er macht bereits sieben Prozent des tunesischen BIP aus und vereint mehr als 34.000 Jobs in rund 1.800 Unternehmen. Sein gutes Bildungssystem kommt Tunesien dabei zugute: Jedes Jahr verlassen 60.000 mehrsprachige Absolventen die Universitäten des Landes, davon rund 9.000 in Fächern mit IT-Bezug und 6.000 Ingenieure. Ihr Durchschnittslohn liegt zudem niedriger als etwa in Südeuropa. Die Breitband-Infrastruktur in Tunesien gehört zu den modernsten der Mittelmeerregion mit High-Speed-Internet und einer internationalen Übertragungsrate von rund 180 Gb/s. Die Hauptstadt Tunis gilt als siebtbeste Stadt weltweit, um ein Start-up zu gründen.

Aufgrund der gut entwickelten Lieferketten und Standortvorteile, die die Produktion vor Ort begünstigen, stellt der tunesische Markt auch in anderen Industriezweigen wie Automobil, Agribusiness und Arzneimittel einen der attraktivsten Märkte dar. Für nähere Informationen zum tunesischen Markt empfehlen wir Ihnen das Länderprofil Tunesien. Sehr gerne können Sie auch direkt mit uns in Verbindung treten – insbesondere auch im Hinblick auf Förder- und Projektmöglichkeiten.

 

Zum Weiterlesen:

Das 2. Deutsch-Arabische Digitalforum 2018 mit Smart Tunisia

Tunesiens Industrieminister beim Wirtschaftsforum Nordafrika 2018

Die EMA bei der Investorenkonferenz Tunisia 2020


Ihre Ansprechpartnerin:

Frau Asma Hadj Mabrouk
E-Mail: a.hadj-mabrouk@ema-germany.org