Bericht

Das 2. Deutsch-Algerische Wirtschaftsforum

Mit über 200 in Algerien angesiedelten Deutschen Unternehmen und Platz fünf auf der Rangliste für Handelspartner, ist Deutschland längst ein nicht mehr wegzudenkender Wirtschaftspartner Algeriens. Sichtaren Ausdruck fand dies nicht nur in dem Wirtschaftstag Algerien 2014 mit über 200 algerischen Entscheidungsträgern, sondern auch in dem diesjährigen branchenübergreifenden 2. Deutsch-Algerischen Wirtschaftsforum, vom 21.-25. November 2015 in Annaba, Constantine und Sétif, die erstmalig in ihrer Geschichte eine deutsche Delegation empfingen. Gemeinsam mit ihrem langjährigen Partner, der algerischen Nationalagentur für Investition (ANDI), knüpft die EMA somit auch dieses Jahr an Ihren Erfolg an, die algerisch-deutschen Beziehungen weiter zu intensivieren. Der Einladung folgten über jeweils 150 Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Politik, sowie zahlreiche Vertreter der Presse in jeder Stadt.

Investitionschancen in Algerien

Den erfolgreichen Auftakt des Deutsch-Algerischen Wirtschaftsforums bildete die Hafenstadt Annaba, womit die Früchte einer bereits 2011 unterzeichneten Kooperationsvereinbarung zwischen der EMA und der Industrie- und Handelskammer von Annaba unterzeichneten Kooperationsvereinbarung, geerntet wurden. Die Delegationsreise wurde in Constantine, der arabischen Kulturhauptstadt des Jahres 2015 sowie der Stadt Sétif fortgesetzt. Abgerundet wurde die Reise von einem Abendempfang in der Residenz des deutschen Botschafters in Algier, Götz Lingenthal.

Aus den eigens für die deutsche Delegation einberufenen Konferenzen ging einstimmig der Tenor hervor, dass die Deutsch-Algerische Kooperation hohe Anerkennung genießt.

Ehrgeizige staatliche Investitionsprogramme, so auch das 5-Jahresprogramm, böten zahlreiche Anreize für deutsche Unternehmen in ein aufstrebendes Land zu investieren, so Abdelkrim Mansouri, Generaldirektor der ANDI. Die algerische Wirtschaft müsse diversifiziert werden, denn nur so könne die Abhängigkeit vom Öl- und Gassektor erreicht werden und eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung erreicht werden, so der Konsens. In diesem Sinne, luden die algerischen Akteure, die deutschen Unternehmer ein, sich in ihrem Land zu engagieren. Die ANDI sei der ideale Partner und Wegbereiter für Investitionsprojekte deutscher Unternehmen und biete hohe Vergünstigungen für Investitionen in Algerien. Er lobte die EMA als wertvolle Organisation und für die Ausrichtung dieses Treffens, welches die Möglichkeit für deutsch-algerische Win-Win-Projekte schaffe. Einen weiteren erfolgsversprechenden Bereich des wirtschaftlichen Austauschs beider Länder bildet der Transfer von Technologien und Knowhow.

    © EMA 2015

 

Gemeinsam Herausforderungen meistern – Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur – Symbiose für eine nachhaltige Entwicklung

Der Notwendigkeit der Diversifizierung schloss sich auch Dr. Abdelmajid Layadi, EMA-Generalsekretär, an. In diesem Zusammenhang, wies er auch auf die Bedeutung der Förderung privatwirtschaftlicher Akteure hin, als „notwendige Voraussetzung für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung“. Transparenz sowie der Abbau gegenseitiger Barrieren sei ebenso unabdingbar.

Auch das Thema der Kultur, war aus aktuellem Anlass gegeben: Constantine, dritte Station der Delegationsreise, ist arabische Kulturhauptstadt 2015. Wirtschaft und Kultur bilden keine Gegensätze, ganz im Gegenteil: „Eine Symbiose ist unerlässlich. Gerade in Zeiten des Umbruchs in der Region, sei es akuter denn je, den kulturellen Bereich zu fördern“, so zahlreiche Sprecher. In dieser Funktion sieht sich auch die EMA. Dies gilt ebenso für die Wissenschaft, was der Direktor der MBI Business School in Sétif, Mohammed Yahiaoui, hervorhob. „Wir bilden die Elite von morgen aus“, so Yahiaoui. „Die Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften ist groß und somit ist ein enger Austausch zwischen Wirtschaft und dem akademischen Bereich unabdingbar, um die Öffnung und Modernisierung Algeriens voranzutreiben“, fuhr er fort.   

Algerische Erfolgsbeispiele

Die 5 Firmenbesichtigungen boten einen exzellenten Einblick in die modernen produktionstechnischen Abläufe von lokalen Unternehmen. Das Transportunternehmen CITAL, ein algerisch-französisches Joint Venture in Annaba, gilt hier insbesondere als Erfolgsbeispiel, und zeigte, dass trotz der wirtschaftlichen Rahmenbedingung für ausländische Investoren (51% liegt beim algerischen Partner, 49% beim nicht-algerischen Partner), es zu erfolgreichen Geschäftsabschlüssen kommen kann. 

    © EMA 2015
   

 

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