„Die algerische Industrie als Motor der deutsch-algerischen Wirtschaftskooperation“

 

Das 4. Deutsch-Algerische Wirtschaftsforum

Unter der Leitung von Dr. Abdelmajid Layadi, Vizepräsident der EMA

Algier – Tlemcen – Oran

Hochzufriedene Gesichter, neue Businesskontakte und mehrere Hundert Teilnehmer: Das ist die Bilanz des 4. Deutsch-Algerischen Wirtschaftsforums, das die EMA unter der Leitung ihres Vizepräsidenten Dr. Abdelmajid Layadi vom 24.-27. September 2017 in der Demokratischen Volksrepublik Algerien organisierte. Die EMA ist schon lange erfolgreich in dem schwer zugänglichen algerischen Markt aktiv, einem Markt, der auch dank der Erschließung durch die EMA deutschen Unternehmen seine Vorzüge präsentieren kann.

„Wir haben Algerien von einer anderen Seite kennen lernen können und sind mit einem neuen Bild nach Hause gefahren. Das Forum war ein exzellenter Erfolg“, resümierte Dr. Layadi den Besuch der Städte Algier, Tlemcen und Oran. Mit drei eigens für die Delegation einberufenen Konferenzen sowie Empfängen und Besichtigungen bot das Forum umfassende Möglichkeiten, mehr über die aktuellen wirtschaftspolitischen Entwicklungen Algeriens zu erfahren und sich mit hochrangigen lokalen Vertretern und Akteuren aus Privatwirtschaft und Politik auszutauschen. Diverse Firmenbesichtigungen sowie personalisierte B2B-Gespräche verschafften praktische Einblicke und zeigten Kooperationsmöglichkeiten direkt vor Ort auf.

Algier: Branchenübergreifende Nachfrage nach deutschen Partnern

Zum Auftakt des 4. Deutsch-Algerischen Wirtschaftsforums fand eine Konferenz in Kooperation mit der Handels- und Industriekammer Algier (CACI) und der Nationalen Agentur für Investment und Entwicklung (ANDI) statt. Mit rund 50 algerischen Unternehmen und mehreren Pressevertretern war der Andrang in der CACI überwältigend und der Empfang sehr herzlich.

„Um Investitionen in Algerien zu fördern, sind Veranstaltungen wie diese notwendig. Heute ist es an der Zeit, unsere Partner zu wählen, diejenigen also, die unserer Wirtschaft einen Mehrwert bringen“, begrüßte der Vizepräsident der CACI Mohamed Zerrouki die Delegationsteilnehmer. Eine Spezialistin für Investitionsförderung erörterte sodann die zahlreichen Investitionsmöglichkeiten und verbesserten Rahmenbedingungen für ausländische Unternehmen, die sich auch aus dem neuen Investitionsgesetz ergeben.

Marko Ackermann, Geschäftsführer der Deutsch-Algerischen Handelskammer, gab den deutschen Unternehmern einen detaillierten Überblick über die algerische Wirtschaft und stellte konkrete Beispiele für Chancen und Hindernisse vor, auf die deutsche Unternehmen in Algerien treffen. Von besonderem Interesse seien für deutsche Unternehmen Infrastrukturprojekte wie die Ost-West-Autobahn, Gesundheit, pharmazeutische Produkte sowie Landwirtschaft. Im Anschluss konnten sich die deutschen Delegationsteilnehmer durch B2B-Gespräche mit den algerischen KMUs über diese und andere Branchen austauschen.

Am Nachmittag teilte sich die Delegation. Ein Teil brach zu einem Gespräch beim Energiekonzern Sonatrach auf, während der andere Teil Unternehmensbesichtigungen durchführte: zuerst bei Algerian Bovines, einem Entwickler und Händler von Landwirtschaftsmaschinen, gefolgt von einem Besuch des erfolgreichen Unternehmens Bomare, das Elektronikartikel wie Smartphone- und Flatscreens produziert und exportiert. Abgerundet wurde das Programm am ersten Tag mit einem Abendempfang beim Deutschen Botschafter Michael Zenner, der den Teilnehmern ein politisches Briefing gefolgt von einem Cocktailempfang gab.

 

Tlemcen: Exzellenter Wissenschaftsstandort mit langen deutsch-algerischen Beziehungen

Am nächsten Tag ging es früh per Flugzeug in die stolze und traditionsreiche Universitätsstadt Tlemcen weiter, wo unter anderem das Telekommunikationsunternehmen Sitel und die Firma Megapapiers ihren Sitz haben. Nach deren Begehung stellten Vertreter der Handels- und Industriekammer, der nationalen Agentur für Investment und Entwicklung der Region Tlemcen sowie der Universität Tlemcen die Unternehmens-, Ausbildungs- und Wissenschaftslandschaft der Region und ihre Investitionsmöglichkeiten vor. Tlemcen ist eine von nur vier Städten, in denen die Panafrikanische Universität der Afrikanischen Union ein Institut unterhält: das Institut für Wasser- und Energiewissenschaften.

Daraufhin folgten eine vielversprechende B2B-Session, ein kurzer Ausflug zur alten Moschee von Mansourah und ein auch im gastfreundlichen Algerien außergewöhnlich herzlicher Abendempfang mit Vertretern der CCI Tlemcen, der ANDI, der Universität sowie einigen Unternehmern der Region. Mit Fethi Kherbouche war darunter auch ein Unternehmer (Groupe Kherbouche) vertreten, der schon lange mit deutschen Partnern kooperiert und der den Delegationsteilnehmern wertvolle Anregungen mit auf den Weg geben konnte.

 

Oran: Positive Entwicklung der Metropolregion mit Modellcharakter

Am letzten Tag besuchte die Delegation mit Oran die zweitgrößte Metropole und bedeutende Hafenstadt im Westen des Landes. Die Delegation wurde dort vom Präsidenten der Handels- und Industriekammer empfangen. Die Direktorin der Agentur für Investment und Entwicklung Oran und ein Vertreter der Industrie und des Bergbaus der Region Oran leiteten auch hier eine B2B-Session ein, indem sie die Wirtschaftssektoren und Innovationszentren der Region vorstellten und mithilfe von Zahlen und Fakten die positive Entwicklung der letzten Jahre betonten, die die Region genommen hat.

Zum Abschluss ging es zu einer Unternehmensbesichtigung bei dem deutschen Unternehmen Knauf, das mit seinem sozialen Engagement und seinem Ausbildungsprogramm ein modernes Vorzeigeunternehmen und ein Modell für erfolgreiche deutsche Unternehmen in Algerien ist. Das 4. Deutsch-Algerische Wirtschaftsforum hat den Delegationsteilnehmern das enorme Entwicklungspotenzial Algeriens verdeutlicht, das von neuen rechtlichen Rahmenbedingungen und Innovationswillen im Privatsektor profitiert.