Länderforen

1. Hamburger Wirtschaftstag Irak

Erfolgreiche Auftaktveranstaltung der Hamburger Wirtschaftstage

„Hätte es den Irak-Wirtschaftstag schon früher gegeben, wären mir und meiner Firma eine Menge Energie, Zeitaufwand und Rückschläge erspart geblieben. Veranstaltungen wie diese bieten uns Unternehmern endlich ein Netzwerk, das uns die Suche nach Informationen, Fachleuten und Partnern erheblich vereinfacht“. Dies war eine von vielen positiven Bilanzen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die der Einladung der EMA in die HypoVereinsbank am Alten Wall in Hamburg am vergangenen Montag gefolgt waren.

Mit einer Rede des Wirtschaftsattachés der Irakischen Botschaft, Abdullah Al-Gailani, wurde die Tagung über die wirtschaftlichen Erfordernisse für den Wiederaufbau des Iraks eröffnet. Vor ca. 100 VertreterInnen aus Wirtschaft, Politik, Finanzwesen und Wissenschaft wies Herr Al-Gailani darauf hin, dass eine Verbesserung der bilateralen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen dem Irak und der Bundesrepublik Deutschland von beiderseitigem Interesse sei. So hatte nicht nur der Premierminister Nuri al-Maliki während seines Deutschlandbesuches im Frühsommer 2008 ein eindeutiges Signal gegeben, als er deutsche Investoren aufrief, am Wiederaufbau des Iraks teilzunehmen. Auch der Besuch von Außenminister Frank Walter Steinmeier im Frühjahr 2009 war ein weiterer großer Schritt auf dem Weg zu einer Wiederaufnahme der erfolgreichen Zusammenarbeit.

Klemens Semtner vom Auswärtigen Amt bestätigte, dass sich die Sicherheitslage in den letzten Monaten positiv entwickelt habe, wenn es auch noch verfrüht sei anzunehmen, dass sich die Sicherheitslage in Zukunft kontinuierlich verbessern werde. Der Misserfolg religiöser Extremisten und die breite Zustimmung für die Rechtsstaatsskoalition unter Premier al-Maliki könnten jedoch als Meilenstein auf dem Weg zu einem sicheren Irak bewertet werden. Es bleibe abzuwarten, wie der Abzug der US-amerikanischen Truppen, die kurdischen Wahlen im Juli 2009 und die Parlamentswahlen im Januar 2010 verlaufen.

Da der zivile Aufbau in den deutschen Medien bisher nur begrenzte Aufmerksamkeit findet, informierten die Journalisten Ralf Grauel und Gunnar Maul über eine alternative Informationsplattform, die deutsche wie auch irakische Interessen zusammenführt.

In weiteren Beiträgen, z.B. vom Berater für internationale Geschäfte der HypoVereinsbank, Ulrich Niemeyer, und den Rechtsanwälten Dr. Börner und Umerr al-Khatib wurde unter anderem über die rechtliche und finanzielle Situation und Möglichkeiten informiert. Alle waren sich einig: „Die Aufträge liegen im Irak auf der Straße. Sie müssen nur noch aufgesammelt werden.“

Wie eine wirtschaftliche Kooperation mit dem Irak ablaufen kann, beschrieb Olaf Hoffmann von Dorsch Consulting. Außerdem informierte er über Möglichkeiten und Grenzen im Bereich Privatwirtschaft und Sicherheit. Man dürfe nie vergessen, so Hoffmann, dass bei der Zusammenarbeit immer wieder Missverständnisse auftauchen können, die aber durch professionelle Hilfe wie etwa Workshops überwunden werden können. „Der Irak ist ein Land für Fortgeschrittene, aber machbar. Es ist nur die Frage, die richtigen Leute zu finden.“


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