Der 2. Hamburger Wirtschaftstag Irak

Irak - unbegrenzte Investitionsmöglichkeiten!

Bericht

Um die hundert Teilnehmer fanden sich am 11. November 2010 in der Handelskammer Hamburg für den Hamburger Wirtschaftstag Irak ein. Darunter waren Vertreter deutscher Unternehmen und des Iraks sowie Wissenschaftler vom Center of Iraq Studies.

Stefan W. Dircks, Mitglied des Plenums und Vorsitzender des Arbeitskreises Asien der Handelskammer Hamburg, eröffnete die Veranstaltung, wobei er auf die besondere Situation des Iraks einging. Er benannte die erfolgreich verlaufene Messe in Bagdad als ein klares Zeichen für den wirtschaftlichen Aufschwung im Land.

Martin Köppen von der Behörde für Wirtschaft und Arbeit hieß die Teilnehmer im Namen der Freien und Hansestadt Hamburg willkommen. Er machte auf die besondere Relevanz Hamburgs als Logistik- und Exportzentrum für den Handel mit dem Irak aufmerksam. S.E Dr. Hussein Alkhateeb stellte die deutsch-irakischen Beziehungen in ihren historischen Kontext und beschrieb die zahlreichen Investitionsmöglichkeiten für deutsche Firmen. Liberale Investitionsgesetze und eine verbesserte Sicherheitslage böten eine hervorragende Ausgangslage für ein wirtschaftliches Engagement.

Im von Herrn Dircks moderierten ersten Block analysierte der ehemalige deutsche Botschafter im Irak Paul Freiherr von Maltzahn die politische Situation nach den Parlamentswahlen. Die Sicherheitslage sei in den Medien verzerrt dargestellt, da sich diese zu sehr auf terroristische Anschläge fokussierten. Prof. Dr. Hanaa Hammood beschrieb wiederum die Liberalisierung des Finanz- systems und gab einen Einblick in das irakische Bankensystem. Schließlich stellte Dr. Klaus Hachmeier die Arbeit des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie im Irak vor. Er machte vor allem auf die drei Handelsbüros des Ministeriums in Erbil, Bagdad und Basra aufmerksam, die deutsche Firmen bei dem Aufbau von Wirtschaftsbeziehungen in den jeweiligen Regionen tatkräftig unterstützen würden.

Der zweite Block begann mit den Präsentationen von Hayder Mustafa Saaid und Dr. Kamaran Mufti vom Board of Investment für die Provinz Kurdistan. Sie stellten die Rahmenbedingungen und Maßnahmen vor, mit denen ihre Behörde ausländischen Investoren bei einem wirtschaftlichen Engagement in der Region unterstützt. Saaid verwies dabei auf die Homepage der Behörde, auf der sämtliche Ausschreibungen für die Provinz Kurdistan zu finden seien. Volker Knauth von der Euler-Hermes Kreditversicherungs-AG informierte über Exportkreditgarantien, durch die sich Unternehmen gegen Risiken absichern können. Darauf aufbauend beschrieb Gerhard Schipp von der Commerzbank die Möglichkeiten zur Exportfinanzierung, die seine Bank deutschen Unternehmen im Irak bietet. Er hob die engen Kontakte der Commerzbank zu irakischen Banken und Firmen hervor.

Die vier Vorträge stießen auf großen Anklang und viele Teilnehmer stellten Fragen zur praktischen Umsetzung ihrer Vorhaben im Irak. Die Teilnehmer wurden nun in die wohlverdiente Mittagspause entlassen, bei der sich zahlreiche Möglichkeiten boten Kontakte zu knüpfen und sich über Erfahrungen auszutauschen.

Am Nachmittag übernahm Prof. Sefik Bahadir vom Center for Iraq Studies die Moderation. Dr. Stephan Jäger von Amereller Rechtsanwälte gab zu Beginn einen Überblick über das irakische Wirtschafts- und Investitionsrecht. Er verwies darauf, dass sich Theorie und Praxis des Rechts oft unterschiedlich darstellten. Wie sich die praktische Arbeit im Irak dann tatsächlich gestaltet, beschrieben die beiden darauf folgenden Referenten. In einer sehr anschaulichen Präsentation stellte Dipl.-Ing. Eduard Metze vom Ingenieurbüro Vössing seine Arbeit in Dohuk (Nordirak) vor. Seine Firma errichtet dort zur Zeit eine Müllwiederaufbereitungsanlage. Einen weiteren Einblick in die Arbeit vor Ort vermittelte Dipl.-Ing. Andreas Nußbaum, der für mehrere Städte im Norden Iraks die Planung der Wasserversorgung durchgeführt hatte.

Den letzten Block zu Export und Logistik moderierte der ehemalige UN-Koordinator Taoufik Ben Amara. Zu Beginn gab Prof. Saladin Perababi von der Universität Erbil einen grundsätzlichen Überblick über den Zustand der irakischen Infrastruktur und den damit verbundenen Logistiksektor. Nasyr Birkholz, der mit seiner Firma Birkholz International deutsche Produkte im Irak vertreibt, analysierte die Exportchancen für deutsche Firmen. Deutsche Waren hätten einen ausgezeichneten Ruf und viele Iraker wären bereit für diese Produkte mehr Geld zu bezahlen als für vergleichbare Waren aus anderen Ländern. Er beschrieb den rasanten wirtschaftlichen Aufschwung des Iraks, der mit einer allgemeinen Steigerung der Nachfrage und Importe verbunden sei.

Zu guter letzt stellte Uwe Stupperich von M.G International die praktischen Herausforderungen an Logistikunternehmen im Irak vor. In der abschließenden Fragerunde wurden noch eine Reihe praktischer Probleme angesprochen. Die Tagung versprach der Ausgangspunkt für eine intensivere Zusammenarbeit von deutschen und irakischen Unternehmern zu sein.

 

Pressestimmen:

WP-Irak: Beim Hamburger Wirtschaftstag Irak wurde nicht lange geschnackt. Zielorientiert packten die Referenten und Teilnehmer die praktischen Herausforderungen des Irak-Geschäfts an.