Der 3. Wirtschaftstag Irak

Über ungenutztes Potenzial und die größten Möglichkeiten der irakisch-deutschen Zusammenarbeit

Bericht

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Das folgende Modul war dem Thema Infrastruktur und Bauindustrie im Irak gewidmet, moderiert von Dr. Stephan Jäger, Amereller Rechtsanwälte, und eröffnet von S.E. Mohammed Abdullah Zain, mit einem Fachvortrag über die Vielfältigkeit und das hohe Aufkommen von Rohmaterialien und ihrer Nutzungsmöglichkeiten im Irak. Laut Zain laufen bereits Verhandlungen bzw. bestehen schon erste Verträge, zwischen dem Ministerium für Industrie und Mineralien und internationalen Großkonzernen wie Shell, Chevron Phillips oder LG.

Im Folgenden hatte Herr Prof. Dr. Saladin Perababi, Salahaddin Universität Erbil, das Wort und schätzte zunächst die Aktivitäten der EMA für die deutsch-irakischen Wirtschaftsbeziehungen wert. Für Perababi steht die Förderung des Personals vor Ort an wichtigster Stelle, welcher laut ihm die Grundlage für den Ausbau des vernachlässigten Privatsektors im Irak sei.

Im Anschluss sprach Herr Eckhard Sost, Business Development Manager von GSE Lining Technology GmbH, über die Möglichkeit der Anpassung technischer Standards im Irak und rief in diesem Sinne zu weiteren Zusammentreffen auf, um konkretere Implementierungsmaßnahmen einleiten zu können. Abschließend stand bei dem Vortrag von Herrn Fehmi Devrim Günçe, Export Manager von Knauf A.S., das Personal im Vordergrund. Eine langfristige Kleininvestition in ein Schulungszentrum als Gemeinschaftsprojekt mit der DEG und eine enge Zusammenarbeit mit der Universität Bagdad betrachtet er als nachhaltiger, als eine direkte Großinvestition in ein konkretes Bauvorhaben.

Nach einer kurzen Pause begrüßte EMA-Präsidentin, Frau Adelheid Sailer-Schuster, Präsidentin der Deutschen Bundesbank, Hauptverwaltungsstelle Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, die hochrangigen Gäste, die Delegation und Teilnehmer des Wirtschaftstages und nutzte die Gelegenheit, den Irak als einen der vielversprechendsten Staaten der EMA-Region für eine effiziente und lukrative Wirtschaftszusammenarbeit
hervorzuheben.  

(c) EMA 2013

Im dritten und letzten Modul, welches von Prof. Dr. Sefik Alp Bahadir vom Zentrum für Irak-Studien der Alexander-Universität Nürnberg-Erlangen moderiert wurde, vertrat Herr Dr. Barik Schuber den kurzfristig verhinderten Herrn Dr. Thamir Uqaili, Geschäftsführer von Petroconsult Canada & Associates, und hielt an seiner statt den informativen Fachvortrag über acht Megaprojekte im Irak in unterschiedlichen Sektoren der Wirtschaft und Industrie mit einem Umfang von ca. EUR 100 Milliarden Investitionskosten.

Darauffolgend stellte Rosanna Jering, Projektmanagerin bei Ambero Consulting GmbH, ihr Projekt zur Initiierung öffentlich-privater Dialogprozesse zur Verbesserung der Weiterqualifikationsangebote im irakischen Automobilsektor vor. Das Modul schloss Holger Schmidt, Projektmanager der M.G. International Transports GmbH, mit umfangreichen Erfahrungswerten zu den diversen Zugangsmöglichkeiten zum irakischen Logistikmarkt und Transportwegen in den Irak.

Erneut konnte die EMA mit dieser Veranstaltung dazu beigetragen, dass neue Bestrebungen in der deutsch-irakischen Wirtschaftszusammenarbeit und die Nutzung der vielfachen Potenziale im Irak aufgegriffen werden. Die vielzähligen Teilnehmer und die äußerst positive Resonanz lassen die EMA in eine aktive Zukunft der deutsch-iraktischen Zusammenarbeit blicken und machen eine Fortführung der Veranstaltung im kommenden Jahr sehr wahrscheinlich.


Presseberichte

>> Deutsche Investoren in Irak und Jordanien | Arab Forum, 9. Jahrgang, Nr. 2-2013