Der 4. Wirtschaftstag Irak

Bericht

Intensiver Austausch, Netzwerken und der Erhalt von Informationen aus erster Hand standen auch beim diesjährigen Wirtschaftstag Irak der EMA im Fokus. Dieses Ziel wurde nach einem gut besuchten und diskussionsreichen ersten Tag in der Industrie- und Handelskammer Nürnberg zu Mittelfranken mehr als erfüllt. Mit einem attraktiven Rahmenprogramm am Folgetag wurde der deutsch-irakische Austausch in Nürnberg erfolgreich beendet. Partner der diesjährigen Veranstaltung waren neben der Irakischen Botschaft in Berlin und der Industrie- und Handelskammer Nürnberg auch das Center for Iraq Studies (CIS) der Friedrich-Alexander Universität Erlangen Nürnberg.

Eröffnet wurde der Wirtschaftstag  von Markus Lötzsch, Präsident der IHK Nürnberg. Er unterstrich das enorme Potential der irakischen Wirtschaft für deutsche Unternehmer in den attraktiven, wachstumsfähigen Sektoren wie Automation, Petrochemie und Umwelttechnik. Der Botschafter der Republik Irak in Berlin, S. E. Dr. Hussein Fadhlallah Alkhateeb, erläuterte die Vorhaben der irakischen Regierung zur Kooperation mit Deutschland sowie die Nachfrage nach deutscher Expertise und Know-How. Dr. Layadi, Generalsekretär der EMA, bezeichnete die Veranstaltung als Startschuss der Zusammenarbeit zwischen der EMA und der IHK Nürnberg und deutete den zum 4. Mal veranstalteten Wirtschaftstag Irak als aktiven Beitrag zur Sensibilisierung der deutschen Wirschaft und Industrie für die Herausforderungen des Wiederaufbaus des Irak.

© EMA 2014  
 

In seiner Rede forderte Hashim Mohamed Hatim, Generaldirektor des irakischen Handelsministeriums, deutsche Firmen auf, sich direkt am irakischen Markt zu engagieren. Das Handelsministerium stelle hierfür in Kooperation mit den Botschaften eine Vielzahl an Ausschreibungen für Projekte im Irak zur Verfügung. Amer Essa Al-Jewahiri, seinerseits Experte des UNIDO Program Iraq, legte die verschiedenen Herausforderungen und unterstützende Projekte zur wirtschaftlichen Stabilisierung und Stärkung des Landes dar. Zu guter Letzt beleuchtete Prof. Dr. Sefik Alp Bahadir, Leiter des Center for Iraq Studies an der Universität Erlangen Nürnberg, die Situation des Landes von der wissenschaftlichen Seite. Im Anschluss wurde ihm für sein jahrzehntelanges Bemühen zur Vertiefung der deutsch-arabischen Beziehungen die Ehrenmitgliedschaft der EMA verliehen.

Panel I: Doing Business in Iraq
Das erste Panel war speziell den Investitionsmöglichkeiten im Irak und dessen Rahmenbedingungen gewidmet. Adnan Marza Marsook Al-Ramahi, Rechtsberater der National Investment Commission of Iraq, betonte den Bedarf an Investitionen in seinem Land und die hierfür garantierten Vorteile für ausländische Unternehmer. René Kienast, Euler Hermes AG, erläuterte den wichtigen Punkt der Risikoabdeckung für Investitionen in den Irak seitens der Bundesregierung. Dies ermöglicht Unternehmen eine höhere Planungssicherheit und geringeres Ausfallrisiko. Adeeb Noaman Abdul Aziz berichtete für die Al-Anbar Investment Commission über den Aufbau deutsch-irakischer Wirtschaftsbeziehungen im Rahmen des irakischen Investitionsgesetzes. Die Positionierung des Irak im globalen Wettbewerb sowie die Möglichkeiten von ausländischen Direktinvestitionen wurden von Stephan Franken, Geschäftsführer der gADmore! GmbH, dargestellt und Dr. Stephan Jäger von Amereller Rechtsanwälte referierte über die rechtlichen Bedingungen für Geschäftsaktivitäten im Irak. 

 © EMA 2014  
 

Panel II: Branchenübergreifende Geschäftserfahrungen

Einen Einblick in die gemachten Erfahrungen ihrer Unternehmen ließen die Referenten des 2. Panels zu: Dusan Pokorny, CFS Iraq, sowie Alexander Vonscheidt, HT Labor + Hospitaltechnik AG, gaben in einem kurzen Überblick Eindrücke in die deutsch-irakische Zusammenarbeit und deutsche Projekte vor Ort. Christian Haas, AKE | SKABE, gab einen lebhaft diskutierten Einblick in die aktuelle Sicherheitslage der verschiedenen irakischen Regionen sowie in die Möglichkeiten, das eigene Gefährdungspotential oder das der Mitarbeiter zu verringern.

Panel III: Zukunft der Irakisch-Deutschen Geschäftsbeziehungen
Zuletzt ging es um einen Ausblick auf zukünftige deutsch-irakische Wirtschaftsbeziehungen. S.E. Dr. Alkhateeb betonte, dass ein Wissens- und Technologietransfer für die weitere Entwicklung des Landes notwendig sei und besonders Deutschland mit den hier lebenden 133.000 Irakern eine Vorreiterrolle spielen kann. Dr. Jäger wies darauf hin, dass deutsche Unternehmen auf ungewohnte rechtliche Situationen im Irak stoßen. Besonders Kommunikationsprobleme auf beiden Seiten müssen angegangen werden, um den Weg für weitere Investitionen zu bahnen. Alle Beteiligten waren sich darin einig, dass Deutschland eine entscheidende Rolle in der wirtschaftlichen Entwicklung des Iraks spielen kann und besonders im Bildungssektor von Seiten der Bundesregierung noch viel Potential ungenutzt ist.
Mit einem exzellenten Galadinner und weiteren angeregten Gesprächen ging der erste Tag der Veranstaltung erfolgreich zu Ende.

Rahmenprogramm
Am darauffolgenden Tag stand die Firmenbesichtigung der HT Labor + Hospitaltechnik AG an. Das mittelständische Unternehmen produziert Operationssäle und Hochsicherheitslabore für Krankenhäuser und wissenschaftliche Einrichtungen auf der ganzen Welt. Den Teilnehmern wurde ein interessanter Einblick in die Produktionsprozesse gegeben.

Mit einer charmant geführten Stadtrundfahrt mit vielfältigen Einblicken in die nürnbergische Stadtgeschichte wurde das Programm des 4. Wirtschaftstag Irak abgerundet.


>> Hier können Sie den Bericht herunterladen (pdf, 2 Seiten)
>> Hier finden Sie den Presseartikel der Zeitung National Iraqi News Agency vom 22.05.2014 (Arabisch)