Bericht: Hamburger Wirtschaftstag jordanien

Jordanien- "Insel der Stabilität"

 

Am 17. Januar 2011 fand unter reger Beteiligung jordanischer wie deutscher Teilnehmer im Plenarsaal der Handelskammer Hamburg der von der EMA e.V. organisierte Wirtschaftstag Jordanien statt. In Kooperation mit der Handelskammer Hamburg und mit freundlicher Unterstützung von dem Honorarkonsulat des Haschemitischen Königsreichs Jordanien in Hamburg und der Deutsch-Jordanischen Gesellschaft wurden perspektivische Entwicklungen des jordanischen Wirtschaftsstandortes diskutiert sowie gegenseitige Geschäftsmöglichkeiten erörtert und wichtige gesellschaftliche Kontakte geknüpft.

Eröffnung und Begrüßung

Die Begrüßung übernahmen Herr Heinz Werner Dickmann, stellv. Geschäftsführer und Leiter der Abteilung Außenhandelsförderung in der Handelskammer Hamburg sowie Prof. Dr. Horst H. Siedentopf, Präsident der EMA e.V.

Herr Siedentopf stellte die EMA in Kürze vor, hieß die Gäste willkommen und dankte herzlich den Kooperationspartnern dieses Wirtschaftstages. Herr Siedentopf wies insbesondere auf die fortschrittliche Politik des Jordanischen Königs hin, dank derer Bildungsprogramme entstanden sind, durch die sich das Land für den internationalen Markt öffnete. Der Markt sei jedoch noch nicht ausgeschöpft, deutsche Unternehmen seien willkommen.

Das Grußwort sprach Dr. Axel Goehler, Honorarkonsul des Haschemitischen Königreichs Jordanien in Hamburg. Herr Goehler begrüßte alle TeilnehmerInnen und besonders die Personen im Raum, die direkt aus der Praxis kommen. Er beschrieb die geografische strategische Lage und das touristische Potential Jordaniens.

Block I: Economic Potentials in Jordan – Current developmets and prospects

Die Moderation des ersten Blocks übernahm der ehemalige UN-Koordinator Taoufik Ben Amara.

Zu Beginn sprach Herr Elias S. Farraj vom Jordan Investment Board über Investitionsmöglichkeiten in Jordanien. Dabei betonte er, dass es viele Gründe gibt, in Jordanien zu investieren: niedrige Kosten, unterstützende Plattformen, ausgebildete und talentierte Arbeitskräfte, strategische Lage und ein weitreichender Marktzugang.

Herr Dr. Claus Schreiver vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sprach über geschäftliche Zusammenarbeit und Entwicklungshilfe und ermutigte, in Jordanien zu investieren. Er nannte die Hauptsektoren Wassermanagement, Bildung, Reduktion von Armut, Gesundheit. Jordanien habe eine stabile Wirtschaft mit einem guten gesetzlichen Regelwerk.

Im nächsten Beitrag gab Herr Dr. Stephan Jäger von Amereller Rechtsanwälte einen umfangsreichen Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen in Jordanien. Für Investoren gebe es verschiedene Begünstigungen wie niedrige Steuersätze. Unterschiedliche Unternehmensstrukturen seien z.B. „offshore companies“ oder die „Limited Liability Company“, die mit der GmbH vergleichbar sei sowie das „Public Shareholding“, das der Aktiengesellschaft entsprechen würde.

Block II: Service sector and logistics

Der neue Moderator, Herr Dr. Stephan Jäger, stellte die folgende Sprecherin Catrin Drawer von Lufthansa Consulting vor. Frau Drawer sprach aus ihrer praktischen Erfahrung über die Restrukturierung des Luftfahrtsektors und die technische Assistenz für die Jordan Airport Company. Frau Drawer merkte positive sowie verbesserungswürdige Tatsachen an und gab Empfehlungen an die TeilnehmerInnen weiter.

Herr Dr. Nicolai Scherle und Herr Markus Pillmayer von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt sprachen über Möglichkeiten und Herausforderungen für touristische Entwicklung in Jordanien. Zunächst nannten die Redner die Hauptbereiche des Tourismus in Jordanien und sprachen über das DFG-Projekt. Abschließend stellten sie ein Fallbeispiel aus Aqaba vor und erwähnten zukünftige Perspektiven und Herausforderungen für den Tourismus in Jordanien.

Herr Fuad F. Bajjali von der Software-Firma KeySoftstellte sein Unternehmen vor, nannte seine Erfahrungen und Kenntnisse und erklärte das Kooperations- und Arbeitsmodel.

Der Moderator, Herr Jäger, leitete zum nächsten Sprecher, Herrn Amer Kakish von Philadelphia Consulting über, der über den Service-Sektor in Jordanien referierte. Herr Kakish betonte, dass der Service-Sektor der wichtigste in Jordanien sei, er würde 69% zum BIP Jordaniens beitragen.

Block III: Pharmaceutical industry and health care system

Nach der Mittagspause übernahm Frau Birgit Tesic-Kurth von der Deutsch-Jordanischen Gesellschaft die Moderation. Der erste Redner in diesem Block war Herr Ernst Odenhausen vom EJO Pharma Service, der über Charakteristiken und Möglichkeiten der Kooperation zwischen deutschen Pharmazie-Unternehmen und jordanischen Herstellern sprach.

Im nächsten Beitrag sprachHerr Christoph Schult von Medent International über Herausforderungen des modernen Gesundheitssystems und erläuterte die rasante Modernisierung des Landes.

Die Moderatorin leitete zum nächsten Sprecher über. Herr Dr. Heinzpeter Moecke von der Asklepios-Gruppe sprach über Wissensmanagement in Europas größtem Krankenhaussystem und stellte eine neue Software vor, die das Wissen der Krankenhaus-Gruppe bündelt und mit externem Wissen verbindet.

Der folgende Beitrag kam von Herr Dr.-Ing. Islam Shdaifat von JoVision. Dr. Shdaifat stellte eine neuartige Methode vor, die entwickelt wurde, um vorzeitig Prostata-Krebs zu entdecken. Er berichtete außerdem über die Zusammenarbeit mit Unternehmen und Institutionen in Jordanien.

Block IV: Renewable energy and environment

Die Moderatorin, Frau Tesic-Kurth, erklärte zur Eröffnung des vierten Blocks, dass es in Jordanien so gut wie keine eigenen Ressourcen gebe, weshalb das Land sehr an erneuerbaren Energien interessiert sei.

Herr Dr. Mohammad Al-Addous von der Deutsch-Jordanischen Universität (GJU) beleuchtete die deutsch-jordanische Kooperation im Bereich erneuerbarer Energien. Dr. Al-Addous erklärt zunächst die Energiesituation in Jordanien und wies darauf hin, dass um einen Anstieg des Konsums aus erneuerbaren Energien zu erreichen, seitens der Regierung, der Industrie, des Handels, Haushalts und Transports investiert werden müsste.

Abschließend sprach Herr Dr. Axel Goehler, Honorarkonsul des Haschemitischen Königreichs Jordanien und Geschäftsführer von Newmex Consulting GmbH, über den aktuellen Stand und Perspektiven des jordanischen Marktes für erneuerbare Energien. Dr. Goehler merkte an, dass die Regierung ambitionierte Pläne bis 2020 habe, die den Markt der erneuerbaren Energien fördern solle. Anhand einer Karte der euro-mediterranen Zone wurde die günstige Lage Jordaniens, was direkte Sonneneinstrahlung betrifft, veranschaulicht.

Mit einer Danksagung an alle Beteiligten schloss Herr Prof. Dr. Siedentopf den Wirtschaftstag Jordanien und äußerte die Hoffnung auf eine weiterhin erfolgreiche und verstärkte Zusammenarbeit in der Zukunft.