Hamburger Wirtschaftstag Jordanien

Eckpunkte zur jordanischen Wirtschaft

Im IMD World Competitiveness Yearbook 2008 rangiert Jordanien auf Platz 34 der attraktivsten Länder für ausländische Direktinvestitionen. Das vielversprechende wirtschaftliche Potenzial Jordaniens kann vor allem auf den systematischen Reformprozess zurückgeführt werden, den König Abdullah II. initiierte, als er 1999 die Regierungsgeschäfte von seinem Vater übernahm. In Bezug auf die vorgenommenen Reformen gilt Jordanien als das Musterland in der arabischen Welt.
 
Die jordanische Modernisierungspolitik gehört inzwischen zu den ehrgeizigsten der Region und die jordanische Wirtschaft wächst seit Jahren mit bemerkenswerter Geschwindigkeit. Wegen seiner hohen politischen Stabilität ist Jordanien außerdem ein guter Ausgangspunkt für geschäftliche Aktivitäten in die gesamte Region. Der Irak-Krieg führte außerdem dazu, dass sich Jordanien zu einer Art Wirtschaftsdrehscheibe, zum Ausgangspunkt für den Irak betreffende Hilfs- und Handelsaktivitäten und zu einem der wichtigsten Empfänger von Direktinvestitionen entwickelte.
 
Von Investitionen und der Modernisierungspolitik sind insbesondere folgende Bereiche der jordanischen Wirtschaft betroffen: Die Infrastruktur vor allem im Bezug auf den Verkehrs-, den Informations-, Telekommunikations- und den Energiebereich, städtebauliche Projekte, gewerbliche Produktionsanlagen und Fremdenverkehrseinrichtungen. Gerade im Bereich der Infrastruktur, im Wassersektor oder der Ausrüstung für Sicherheit und Grenzkontrollen bieten sich auch für deutsche Unternehmen große Investitionsmöglichkeiten, die bisher aber kaum ausgeschöpft wurden. Zu den zukunftsträchtigen Branchen zählen die Bauwirtschaft, der Bergbau, die Pharmazeutische Industrie, die Automobilbranche, die Leichtindustrie, der Tourismus sowie der Transport, Logistik und Solarenergie.
 
Im Zuge der Industrieansiedlung sind spezielle Wirtschaftszonen wie z.B. die Qualified Industrial Zones (QIZ) oder die Aqaba Special Economic Zone (ASEZ) entstanden, die mit besonders attraktiven Konditionen Investoren anziehen sollen. Weitere Freihandelszonen sind nahe der Grenzen zu Syrien, Irak und Saudi-Arabien geplant. Demnächst will Jordanien seine Zölle und Abgaben im Handel mit der EU vollständig abbauen. Wichtige Schritte in die Richtung wurden bereits mit dem Freihandelsabkommen mit den USA im Jahre 2001 und dem Assoziierungsabkommen mit der EU im Jahr 2002 vollzogen.
 
Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Jordanien sind eng, sodass Deutschland inzwischen zu den Hauptgeberländern Jordaniens zählt. Im Jahre 2006 war Deutschland nach China und Saudi Arabien das drittgrößte Lieferland und ist bis dato der wichtigste europäische Handelspartner Jordaniens. Seit Anfang der 90er Jahre haben sich die Exportgeschäfte von Deutschland nach Jordanien beinahe verachtfacht. Eine wichtige Rolle in der Zusammenarbeit spielt die Entwicklungszusammenarbeit. Neben den oben erwähnten Bereichen bietet sich gerade hier für deutsche Unternehmen die Möglichkeit auf ein Engagement in Jordanien.