1. Hamburger Wirtschaftstag Libyen

Gastfreundschaft und Flexibilität

Bericht

Auf dem Hamburger Wirtschaftstag Libyen der EMA wurde "Libyen als Tor zu den arabischen und afrikanischen Märkten" vorgestellt
 
Einen langen Weg hatten viele Gäste auf sich genommen, um am Mittwoch, dem 1. Oktober 2009, beim Hamburger Wirtschaftstag Libyen dabei sein zu können. Hoch über der Stadt mit Aussicht auf das Hamburger Rathaus empfing die EMA rund 150 geladene Gäste. Die Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft reisten aus den verschiedensten Regionen an, um den Fachvorträgen beizuwohnen und diese im Anschluss zu diskutieren. Die entspannte und freundschaftliche Atmosphäre förderte gute Gespräche, bei denen neue Kontakte und Kooperationen geschlossen wurden.
 
Die Gäste und Referenten wurden zu Beginn der Veranstaltung von den Schirmherren mit herzlichen Worten begrüßt. Der EMA-Präsident Prof. Dr. Horst H. Siedentopf teilte in seinen Grußworten seine besondere Freude über die Teilnahme hochrangiger Vertreter aus Libyen, an deren Spitze Mohamad Fazzani (Vorstand der Union der Handels- und Industriekammer in Tripolis) und Dr. Hakim Nagah (Direktor der Kafaat-Strategy and Competency Consulting).
 
Peter Hähner, der Regionalleiter Großunternehmen Nord der HypoVereinsbank, betonte den wohltuenden Kurs der Öffnung Libyens und ermutigte dazu, das Land mit seinen Facetten und Chancen kennen zu lernen sowie die Kooperation mit den libyschen Partnern zu intensivieren. Der Staatsrat der Hamburger Behörde für Wirtschaft und Arbeit, Carsten Frigge, begrüßte Hamburg als Veranstaltungsort des Libyen-Wirtschaftstages, da die Stadt der wichtigste deutsche Außenhandelsplatz sei. Die EMA trage positiv zur Internationalität Hamburgs bei und ermögliche neue starke Kontakte in die Region Nordafrika und Naher Osten. Mohamad Fazzani von der libyschen Handelskammer verwies auf die positive Entwicklung der deutsch-libyschen Beziehungen und lud gleichzeitig nach Libyen ein, um die Handelsbeziehungen zwischen den Ländern wieder in Schwung zu bringen.
 
Anschließend wurden Vorträge von Expertinnen und Experten zu verschiedenen Themen gehalten, wie zur gegenwärtigen Entwicklung von Politik und Wirtschaft in Libyen sowie zu Rechtsfragen bei Handel, Verträgen und Investitionen. Konkrete Projektbeispiele verdeutlichten die großen Chancen auf dem libyschen Markt und zeigten Potenziale für neue Investitionen, so in der Bau- und Tourismusbranche und im Gesundheitssektor.
 
Aziz Alkazaz gab den Einstieg in das Thema mit einer Übersicht über die Dreieckskooperation Libyen, Afrika und Deutschland. Der Vertreter des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi), Anton Breuer, berichtete von der Delegationsreise des Bundeswirtschaftsministers Karl-Theodor zu Guttenberg im Februar 2009 nach Tripolis, bei der die Intensivierung der bilateralen Wirtschaftsbeziehung vereinbart wurde. Ziel sei es, in naher Zukunft ein gemeinsames Büro des BMWi und der IHK in Libyen als zentrale Adresse für interessierte Unternehmer zu eröffnen.
 
Dr. Hakim Nagah wies in seinem Vortrag darauf hin, dass es für beide Partner wichtig sei, interkulturelle Erfahrungen im jeweiligen Land zu sammeln. Deutschen Unternehmern in Libyen empfahl er eine flexible Einstellung: „Libyen ändert sich jeden Tag – und das meist zum Positiven.“ Die Anwälte Dr. Stephan Jäger von der Kanzlei Amereller sowie Dr. Achim-Rüdiger Börner gaben Einblicke in libysches Recht, das besonders für Unternehmer interessant ist. Der Global Relationship Manager von UniCredit, Alexander Ladaa, warb für den Wirtschaftsstandort Libyen, auch weil sich das Land heute in einem Wirtschaftsboom befinde und von der gegenwärtigen Finanzkrise kaum betroffen sei. Der Aufdruck „Made in Germany“ bedeute für deutsche Unternehmer außerdem einen deutlichen Vorteil aufgrund des ausgezeichneten Rufs in Libyen. Chakib Chraibi von der ABB AG ließ die Gäste an seinen 25 Jahren Projekterfahrung teilhaben.
 
Der Geschäftsführer von DorschConsult, Olaf Hoffmann, berichtete in seinem Praxisreport von seinen positiven Erfahrungen in Libyen: „Die Deutschen sind willkommen in Libyen und sind frei, ihre gesamte Projektplanung auch vor Ort realisieren zu können.“ Günter Wieching von der DYWIDAG International GmbH (Strabag), hob die Gastfreundschaft in Libyen hervor und empfahl „viel Zeit zum Teetrinken“. Speditionsleiter Henning Schnaars von der Carl Ungewitter GmbH & Co. KG berichtete von seinen Erlebnissen und von gut ausgebauten Straßen in seinem Vortrag „Wenn die Ware rollen soll“. Sarah Bassiri von Afriqiyah Airways und Adam Fazzani von Alajinihah Airways zeigten dem Publikum die neu erschlossenen Luftwege nach Tripolis und darüber hinaus.
 
Im letzten Block der Veranstaltung plädierte Leonore Boscher von der Uniklinik Hamburg-Eppendorf für eine Öffnung des deutschen Bildungssystems für libysche (Medizin-)Studenten, um deutsches und libysches Potenzial zu verbinden. Ina Akkermann von norgenta stellte den libyschen Markt aus Sicht der Industrie für Medizintechnik vor. Dr. Britta Scholz von arkno Tourism warb im letzten Fachvortrag für die „atemberaubenden Sehenswürdigkeiten“ in Libyen. Der Tourismussektor sei zwar bisher klein, verspreche aber viele Möglichkeiten. Trotz der größtenteils fehlenden Infrastruktur für Touristen seien diejenigen, die Libyen bereist hatten, vom Land und von den Menschen begeistert gewesen.
 
Schließlich bedankte sich EMA-Geschäftsführer Dr. Abdelmajid Layadi bei den Referentinnen und Referenten und dem diskussionsfreudigen Publikum. Er ermunterte zu weiterem Engagement in der Region, wobei die EMA immer unterstützend mit Informationen und Kontakten bereit stehen wird.
                                                                                                                      
Von Heike Hahn
 

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