1. Hamburger Wirtschaftstag Oman

"Gras wächst nicht schneller, wenn man zieht"

Bericht

Mit diesem arabischen Sprichwort, lässt sich der erfolgreiche und thematisch abwechslungsreiche Hamburger Wirtschaftstag zusammenfassen, bei dem deutlich wurde, dass vor allen Dingen die Faktoren Zeit und Geduld, sowie der gegenseitige Aufbau und die Pflege von Vertrauen zu den wichtigsten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Engagement im Oman gehören.

Am Montag den 29.März 2010 fand in der Handwerkskammer Hamburg der Hamburger Wirtschaftstag Oman zum Thema „Wachsende Investitionspotentiale durch nachhaltige Diversifikation“ statt. Dazu begaben sich rund 70 geladene Gäste zur von der EMA organisierten Veranstaltung in die Handwerkskammer. Bereits vor dem eigentlichen Beginn der Vorträge kam es zu angeregten Diskussionen und Gesprächen zwischen den angereisten Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft.

Der Hamburger Wirtschaftstag wurde durch die Grußworte des stellvertretenden EMA-Präsidenten, Aziz Alkazaz eingeleitet, in denen er zunächst die anwesenden Gäste begrüßte und im Anschluss betonte, dass die EMA das Medium der Förderung der europäisch-arabischen Beziehungen und insbesondere der deutsch-arabischen sei und den Oman als stillen aber effektiven Akteur herausstellte. Die Begrüßung wurde fortgesetzt durch Dr. Dietmar Buchholz von der Handwerkskammer Hamburg, der die Gäste durch ein Zitat des Ökonomen Adam Smith vor Augen führte, dass es sich bei Handels-und Wirtschaftsbeziehungen nie um einseitige Beziehungen handeln kann, sondern jeweils beide beteiligte Seiten von dem Handel in jeglicher Hinsicht profitieren. Die Senatorin Dr. Herlind Gundelach, von der Behörde für Wissenschaft und Forschung führte mit ihren Worten wieder auf das eigentliche Kernthema der Veranstaltung, den Oman, zurück und betonte ihren Wunsch, dass die Veranstaltung der umfassenden Information und dem Erfahrungsaustausch dienen möge.

Nach den einführenden Worten wurde der erste Vortragsblock unter dem Thema „Wirtschaftsbeziehungen zwischen Oman und Deutschland“ mit den Darstellungen von Dr. Klaus Hachmeier (BMWI) begonnen. Dieser wies darauf hin, dass die deutsch-omanischen Beziehungen seit 1972 bestehen und diverse Großprojekte anführte, wie etwa von Ferrostaal (Essen) oder die Bauer Agim Oman. Er betonte die Tatsache, dass die Bundesregierung in diesem Felde außenwirtschaftliche Unterstützung anbietet. Im Anschluss daran führte der Vortrag „Chancen für deutsche Unternehmen im Oman“ von Holger Köhler (Ociped) die spezifischen Hürden eines Engagements im Oman vor Augen, indem er vor allen Dingen die Problemfelder der fehlenden Kooperation und der unklaren Handelsweise, bedingt durch den deutschen Föderalismus betonte. Zudem wies er auf die wichtigen Faktoren Zeit, Geduld  und gemeinsame Vertrauensbasis auf beiden Seiten sowie die vielfältigen wirtschaftlichen Möglichkeiten im Oman hin. Der erste Block des Hamburger Wirtschaftstages Oman wurde durch die Rede von Volker Knauth, Euler Hermes abgeschlossen. Hier wurde dargestellt, wie mit Hilfe von Hermesbürgschaften der deutsche Export gefördert wird und gerade kleinen und mittelständischen Unternehmen einen Möglichkeit zur Absicherung geboten wird, um die Export-, Wirtschafts- und Kreditrisiken zu decken. Im Anschluss konnten in einer regen Diskussion diverse spezifischer Fragen z.B. zum Risikopotential-Bestimmung im Oman oder den Witterungsbedingungen in diesem Gebiet geklärt werden.

Nach einer Kaffepause, bei der sich die regen Gespräche fortsetzten, wurde der zweite Themenblock „Human Development und Beratung“ durch die Erfolgsgeschichte des deutsch-omanischen „Joint-Ventures“ durch Horst Häring (Managing Director Chemistry for Life Co.L.L.C.) eingeleitet. Dieser stellte anschaulich in Bezug auf das eigenen Unternehmen dar, wie eine Unternehmensgründung im Oman von statten gehen könnte und welche Probleme besonders zu beachten sind, wobei er auf die Region-übergreifenden Schwierigkeiten bei einer Expansion in Nachbarländer hinwies. Weitergeführt wurde durch den Vortrag von Prof. Dr. Dr. Michael Illert (Christian-Albrechts-Universität Kiel) über die möglichen Austauschbeziehungen zwischen Deutschland und dem Oman im medizinischen Sektor. Hierbei wurde vor allen Dingen auf die Bedeutung von kombinierten und koordinierten Trainingsprogrammen sowie auf Austauschprogramme hingewiesen. Vor der anschließenden Mittagspause stellte Gerhard Werneier (Häring Consulting) die Möglichkeiten der Beratung durch das Unternehmen im Mittleren Osten dar. Mit einem Zitat von F.Bacon „Den rechten Zeitpunkt zu wählen spart Zeit“ wies er darauf hin, dass vor allem gute Beratung und genügend Zeit für eine erfolgreiche Unternehmensgründung im Omanwichtig wären. Schließlich kam es wieder zu einem regen Informationsaustausch während der anschließenden Diskussionsrunde, in denen Themen wie Korruption, Sponsoring und VISA-Bestimmungen angesprochen und vertieft wurden.

Der letzte Block mit den Themenfeldern Tourismus, Umwelt und Technik wurde durch den Vortrag von Jasmin Taylor (JT-Touristik) begonnen. Die Referentin wies auf die Schönheit des Omans hin und stellte besonders die Nachhaltigkeit des omanischen Tourismus heraus. Zudem würde dieses Land noch den authentischen Orient repräsentieren und wäre somit noch ein Geheimtipp, befände sich aber auf dem Weg zum Trendziel. Dr. Roman Breuer (Bauer Environment Oman) stellte seine im Oman ansässige Umweltfirma vor und betonte dabei, das alle gewonnenen Rohstoffe bei der Abwasserreinigung der Ölförderung ursprünglich Abfallprodukte seien. Durch die neue Technologie sei es aber möglich eine Vielzahl an Produkten, wie sauberes Wasser, Salz, Biomasse und große Mengen an gereinigtem Erdöl, zu gewinnen. Somit handelt der Betrieb besonders nachhaltig und ressourcenbewusst, da der reguläre Prozess nur einen äußerst geringen Energiebedarf verzeichnet, der ausschließlich auf die sanitären und elektrischen Anlagen für die Mitarbeiter zurückzuführen ist Auf diese Weise ist das Großprojekt der Bauer AG als fast energieneutral und daher besonders effizient einzustufen. Im letzten Beitrag dieses Tages von Rechtsanwältin Lisbeth Bechtel, ging es um die rechtlichen Bestimmungen, Rechtsetzung im Oman und in Deutschland, Schwierigkeiten sowie um innovative Technologien im Bereich erneuerbare Energien im Oman.

Der Hamburger Wirtschaftstag Oman wurde durch eine vom Moderator, Prof. Dr. Fathi Franzmathes, geleitete Diskussion zum Abschluss gebracht und er dankte der EMA für die hervorragende Organisation. Dr. rer.pol. Abdelmajid Layadi, Geschäftsführer der EMA, wies im Anschluss noch auf nachfolgende Veranstaltungen der EMA hin, so zum Beispiel den Hamburger Wirtschaftstag Syrien am 06. Juli, und beschloss somit den für alle Teilnehmer sehr informativen Hamburger Wirtschaftstag Oman.

 

Von Michaela Helminger