1st Saudi-German Forum for Sustainable Business

„Saudi-Arabien möchte sich verändern“

Bericht

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Am 20. Oktober war es so weit: Zahlreiche ExpertInnen aus Saudi-Arabien und Deutschland folgten der Einladung der EMA und der Botschaft des Königreichs Saudi-Arabien und versammelten sich an der Binnenalster im Hotel Vier Jahreszeiten, um im Rahmen des 1st Saudi-German Forums for Sustainable Business gemeinsam neue Impulse für die deutsch-saudische Zusammenarbeit zu setzen.

Mit den Worten „Saudi-Arabien möchte sich verändern“ fasste EMA-Präsident, Bundespräsident a. D. Christian Wulff in seiner Eröffnungsrede treffend den aktuellen Kurs Saudi-Arabiens und damit auch den Anlass des Forums zusammen. Ganz in diesem Sinne stand die kürzlich vom Königreich veröffentlichte Vision 2030 im Mittelpunkt der Veranstaltung. In dieser formuliert der zweitwichtigste Handelspartner Deutschlands in der arabischen Welt ehrgeizige Ziele, die er sich auf seinem Weg hin zu „einer lebendigen Gesellschaft, einer florierenden Wirtschaft und einer ambitionierten Nation“ gesetzt hat.

Wie Lina Almaeena, Gründerin der Jeddah United Sports Union, zu Beginn Ihres Beitrags zu bedenken gab, sei eine Vision ohne Aktionsplan jedoch lediglich ein Tagtraum. Ziel des Wirtschaftsforums war es deshalb, zu zeigen, wie deutsch-saudische Wirtschaftskooperation dazu beitragen kann, einen nachhaltigen Aktionsplan zu schaffen und umzusetzen, der die Diversifizierung der saudischen Wirtschaft vorantreibt und den Privatsektor stärkt – damit die Vision 2030 mehr ist als nur ein Tagtraum.

Dass Hamburg als Logistik- und Gesundheitsmetropole, die enge Beziehungen zu Saudi-Arabien pflegt, ein hervorragender Ort sei, um diese Themen zu diskutieren, betonte Cornelia Prüfer-Storcks, Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz der Freien und Hansestadt Hamburg:  „Für Hamburg ist Saudi-Arabien einer der wichtigsten arabischen Handelspartner. Fast 300 Hamburger Firmen stehen im Wirtschaftsverkehr mit Saudi-Arabien und fast 50 Hamburger Firmen sind vor Ort aktiv.“ Seine Exzellenz Dr. Awwad Alawwad, Botschafter des Königreichs Saudi-Arabien in Deutschland, hob wiederum hervor, dass diese beiden Schwerpunktthemen des Forums von besonderer Wichtigkeit für Saudi-Arabien seien, was sich auch in der Vision 2030 widerspiegele.

Es bewegt sich viel im Königreich und das Land befindet sich schon mitten im Transformationsprozess – das haben die während des Forums präsentierten Best-Practice-Beispiele eindrucksvoll bewiesen: Rayan Qutub, CEO des Industrial Valley in der King Abdullah Economic City, führte aus wie dieses Aushängeschild der Modernisierung Saudi-Arabiens – insbesondere mit dem dort entstandenen King Abdullah Port – dazu beiträgt, einen neuen, zentralen logistischen Knotenpunkt am roten Meer zu schaffen, der sich die strategisch günstige Lage des Königreichs zwischen drei Kontinenten zu Nutze macht.

Dass es sich dabei um ein zukunftsweisendes Projekt handelt, zeigt auch die Auszeichnung der King Abdullah Economic City als „Best Industrial Logistics Mega Project Developer 2016“ durch Capital Finance International, welche im Rahmen des Wirtschaftsforums erfolgte.

Lina Almaeena berichtete davon, wie sie einen Sportverein gründete, mit dem es ihr gelingt, auch Frauen ein umfangreiches Sportangebot zu bieten. War Frauensport vor 10 Jahren noch ein Tabuthema in Saudi-Arabien, so ist das Ministerium für Gesundheit heute einer der wichtigsten Partner ihres Unternehmens. 

Es wurde aber auch deutlich, dass noch ein langer Weg vor Saudi-Arabien liegt, um die ambitionierten Ziele zu erreichen. In einer sehr persönlichen Keynote betonte Dr. Hayat Sindi, Mitglied der Beratenden Versammlung des Königreichs Saudi-Arabien und Gründerin von i2institute, die wichtige Rolle von Bildung und Wissenschaft für die Modernisierung und Etablierung neuer gesellschaftlicher Strukturen.

Ein wiederkehrendes Thema war außerdem, wie deutsches Know-How und deutsche Innovationen zu einer erfolgreichen Transformation Saudi-Arabiens beitragen können. „Deutschland hat viel anzubieten“, sagte Oliver Oehms von der AHK Saudi-Arabien. „Wir können viel von Deutschland lernen“, pflichtete Dr. Basma Al-Buhairan, Geschäftsführerin der Abteilung „Health Care and Life Sciences“ der Saudi Arabian General Investment Authority (SAGIA), ihm bei und hob die Vorzüge des deutschen Gesundheitssystems hervor. „Made in Germany“ sei ein Qualitätsversprechen, dass auch in dem Königreich am arabischen Golf zieht. Dies wurde auch durch die Ausführungen von Markus Warmholz, Director Corporate Legal, bei der Hartmann Gruppe, die schon seit den 1970er Jahren in Saudi-Arabien aktiv ist, unterstrichen.

Insgesamt verdeutlichte das Forum, dass Saudi-Arabien enorme Chancen für die deutsche Wirtschaft  bietet, die darauf warten, ergriffen zu werden. Dass deutsche, mittelständische Unternehmen diese Möglichkeiten erkannt haben, zeigt das Beispiel von Herrn Prof. Dr. Grambow, Geschäftsführer der RITZ Instrument Transformers GmbH, der während seiner Rede zum abendlichen Empfang seine Projektvorhaben in Saudi-Arabien vorstellte und an unternehmerische Verantwortung appellierte. Die zahlreichen B2B Gespräche lassen darauf schließen, dass auch die unternehmerische Neugier der übrigen Teilnehmer geweckt wurde.

Ebenso wie Saudi-Arabien, erkennt auch die EMA das Potential des Mittelstands. In diesem Sinne, ist es der EMA eine große Freude im Rahmen einer Delegationsreise mit dem Präsidenten der EMA, Bundespräsident a.D. Christian Wulff und einer Unternehmerdelegation an die Erfolge dieses Forums vom 28. Januar - 1. Februar 2017 in Riad und Dscheddah anzuknüpfen.


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