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2nd Saudi-German Forum for Sustainable Business

Bericht

Unter der Leitung von EMA-Präsident Christian Wulff bestand die Wirtschaftsdelegation aus 28 Teilnehmern. Stationen waren vom 28.-31.01.2017 Dammam und Jeddah. Die Reise stand im Zeichen der im April 2016 veröffentlichten Saudi Vision 2030 und diente dem Zweck, Kontakte zwischen deutschen und saudischen Unternehmen zu knüpfen. Dem Besuch in Saudi-Arabien waren Deutsch-Saudische Wirtschaftsveranstaltungen der EMA in Hamburg vorangegangen.

Den Auftakt machte in Dammam der Besuch bei der Asharqia Chamber of Commerce and Industry, die ihr Aufgabenspektrum vorstellte und die Möglichkeiten für Investoren in der Eastern Province erläuterte. Der Deutsche Botschafter Dieter W. Haller und Oliver Oehms von der AHK Riyadh gaben Statements ab und Dr. Hatem Samman von der Saudi Arabian General Investment Authority (SAGIA) – www.sagia.gov.sa -  erläuterte die vereinfachten Investionsregeln.  Bei Firmenbesuchen in den Unternehmen Linde SIGAS und DIWYDAG Saudi Arabia Co. Ltd., Member of STRABAG Group in Jubail Industrial City gab es nützliche Einblicke in die Arbeit dieser beiden Unternehmen. Mitarbeiter standen Spalier auf der Firmentreppe vor der Einweihung des neuen Bürogebäudes von DYWIDAG in Jubail mit Ribbon Cutting durch Christian Wulff. Commercial Area Manager/Commercial Director Alexander S. Wagner sowie Technical Director Bernhard Schmitt schilderten sowohl die Geschichte des Unternehmens, als Mitglied der STRABAG Group, einem der größten Baufirmen der Welt, als auch die Geschäftsfelder der Zukunft und beantworteten die Fragen der Delegationsteilnehmer. Werksbesichtigungen rundeten das Programm ab.

Schwerpunkt der Aktivitäten im Raum Jeddah war die Besichtigung der King Abdullah Economic City (KAEC) inkl. der derzeit vorhandenen Infrastruktur, wie Hafen, Wohngebiete, Hotels, etc. Eigentümer und Entwickler des King Abdullah Ports ist die 2010 gegründete Ports Development Company (PDC), die vor dem riesigen Hafenmodell über die Infrastruktur des Hafens informierte. Stephan Weber, Director Corporate PMO gelang es, den Teilnehmern in der kurzen verfügbaren Zeit einen Einblick in die rund 100 in Planung und Realisierung befindlichen Projekte zu geben und sie mit der Komplexität und Dynamik der Stadtentwicklung zu beeindrucken. Wer den ursprünglichen EMAAR Masterplan von KAEC, der beim Jeddah Economic Forum 2008 vorgestellt wurde, gesehen hat, der kann nur erstaunt sein über das, was hier entsteht – auf einem Gelände, das vor weniger als einem Jahrzehnt nur aus Wüste bestand. 

Für die Zukunft ist im Rahmen der „Vision 2030“ u. a. die Wichtigkeit der akademischen Bildung ausgemacht. Saudi-Arabien verfügt bereits über eine Vielzahl ausgezeichneter Universitäten, an denen zum großen Teil Hochschullehrer aus dem Ausland – die meisten aus den USA – lehren. Forschung spielt eine große Rolle und es sind bereits beachtliche Forschungsergebnisse, z. B. im Bereich der Erneuerbaren Energien zu verzeichnen. In KAEC gibt es bereits die namhafte King Abdullah University of Science and Technology (KAUST). Das anspruchsvolle akademische Angebot in KAEC wird nun zusätzlich durch ein bisher einmaliges College erweitert: Das Prince Mohammed bin Salman College of Business and Entrepreneurship (MBSC). Die „Vision 2030“ hat nämlich eine Lücke ausgemacht zwischen den Qualifikationen, die bisherige Hochschulabsolventen mitbrachten und den tatsächlichen Erfordernissen auf dem Arbeitsmarkt und genau diese Lücke soll das neue College schließen. Es steht unter der Schirmherrschaft von Kronprinz Mohammed bin Salman bin Abdulaziz, dem Stellv. Kronprinz Mohammed Bin Salman Al Saud, auch zweiter Stellv. Premierminister und Verteidigungsminister sowie der Mohammed bin Salman Foundation und KAEC. Man verkündet stolz die Kooperation mit dem US-Amerikanischen Babson College und Lockheed Martin, eine führende Unternehmensgruppe.  „Wir wollen erreichen, dass die  College-Absolventen den Sektor der KMU stärken durch Innovation und Kreativität und dass diese jungen Leute ihre eigenen unternehmerischen Pläne realisieren können und somit zum wirtschaftlichen Wachstum beitragen“, so Fahd Al Rasheed, Group CEO und Managing Director von KAEC sowie Vizepräsident des Board of Trustees des College. Das College hat Anfang 2017 seinen Betrieb aufgenommen, wegen des innovativen Konzeptes ist es derzeit attraktives Ziel von Besuchern aus dem In- und Ausland. Die nehmen den Zugang zum College durch das Bay La Sun Hotel & Marina. Die EMA-Delegation durfte akademische Luft im Auditorium schnuppern und ging mit der Gewissheit, Zeuge der Implementierung einer bedeutenden Initiative für die Privatwirtschaft in Saudi-Arabien zu sein.

Firmenbesuche im Raum Jeddah erfolgten bei IKEA, Liebherr und DHL. Gespräche mit Mitarbeitern am Rande der Werksbesichtigungen brachten die Zufriedenheit der Arbeiter mit ihren Jobs und die Identifikation mit dem Unternehmen zum Ausdruck. Auch die Führungskräfte äußerten sich zufrieden mit der Entwicklung des jeweiligen Unternehmens und dem persönlichen Umfeld. Bei allen Firmenbesuchen wurde deutlich, wie angenehm sich die Arbeit vor Ort gestaltet und wie gut die Unternehmen wichtige aktuelle Themen wie Saudization, etc. meistern.

Beim Besuch der Jeddah Chamber of Commerce wurden die Teilnehmer Zeugen zahlreicher Vertragsunterzeichnungen zwischen der Kammer, der AHK und einzelnen saudischen Privatunternehmern, darunter auch einer Firmeninhaberin, die für die zahlreichen Frauen stand, die lt. Vision 2030 in Zukunft von verbesserten Bedingungen profieren. Die Teilnehmer nutzten die vielfältigen Möglichkeiten, sich mit dem Chairman des Saudi-German Business Council (SGBC), Sheikh Khalid Juffali, mit Generalkonsul Holger Ziegeler und mit Mitgliedern des Deutschen Wirtschaftskreises Saudi-Arabien (DWSA) auszutauschen.

Die Delegationsreise fand das Interesse der beiden englischsprachigen Tageszeitungen Arab News und Saudi Gazette. So titelte Arab News am 30. Januar 2017 auf Seite 2: „German delegation visits Asharqia Chamber“ und betonte, dass lt. Statistik von SAGIA bereits über 400 deutsche Firmen über 8 Mrd. USD investiert haben. Am Folgetag war auf der ersten Seite des Wirtschaftsteils der Saudi Gazette eine halbe Seite mit dem Titel „German business team seeks to further strengthen trade and investment relations with KSA“ mit ausführlichem Bericht über den Besuch in der Asharqia Chamber und die Einweihung bei DYWIDAG zu finden.

Text: Barbara Schumacher