Das 2. Deutsch-Tunesische Wirtschaftsforum

"Made in Tunisia“ – mit deutscher Wirtschaftskooperation zum neuen Markenzeichen

Bericht

Unter der Leitung des Präsidenten des Euro-Mediterran-Arabischen Länderverein EMA, Bundespräsident a.D. Christian Wulff, fand vom 2.-5. Dezember das 2. Deutsch-Tunesische Wirtschaftsforum mit einer deutschen Delegation in Tunis und Sousse statt. Der Premierminister der Republik Tunesien, S.E. Habib Essid, hieß die Delegation willkommen und betonte, „Deutschland ist mehr als ein Wirtschaftspartner.“
 

Teil1: „Deutsch-Tunesische Kooperation für den wirtschaftlichen Erfolg“, 3. Dezember, Tunis

Teil 2: „Journées de l’entreprise 2015“, 4. & 5. Dezember 2015, Sousse


Teil1: „Deutsch-Tunesische Kooperation für den wirtschaftlichen Erfolg“, 3. Dezember, Tunis

Made in Tunisia“ – mit deutscher Wirtschaftskooperation zum neuen Markenzeichen

Dass mehr als 25 Unternehmen trotz des Notstands im Land den Weg auf sich genommen haben, beweist den starken Beistand Deutschlands auch in schweren Zeiten. Die Friedensnobelpreisträgerin und Präsidentin des Dachverbands tunesischer Handelskammern UTICA, Ouided Bouchamaoui, unterstrich in ihrer Willkommensrede, dass deutsche Unternehmen seit den Revolutionen geblieben seien und ihre Investitionen sogar noch steigerten. So leiste die deutsche Wirtschaft einen erheblichen Beitrag zum demokratischen Wandel.

Die Auftaktkonferenz „Deutsch-Tunesische Kooperation für den wirtschaftlichen Erfolg“, welche von der EMA gemeinsam mit der UTICA und der nationalen Investitionsagentur FIPA Tunisia sowie in Kooperation mit der Auslandshandelskammer AHK Tunesien organisiert wurde, versammelte über 200 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Presse. Im hochkarätig besetzten Programm wurden die Deutsch-Tunesischen Beziehungen in der heutigen Zeit vorgestellt und anhand von Best Practice Beispielen langjährig erfahrener Akteure konstruktiv illustriert.

„Unser Wunsch ist es die deutsch-tunesische wirtschaftliche Kooperation weiter zu diversifizieren und sie auf innovative Sektoren auszuweiten.“

Ouided Bouchamaoui, Trägerin des Friedensnobelpreises und Präsidentin des Handelskammerverbandes UTICA

Christian Wulff wandte sich an die Vertreter der deutschen und tunesischen Wirtschaft, als er sagte, „Sie können Arbeitsplätze schaffen und Perspektiven für junge Menschen in Tunesien bieten“. Das eigentliche Ziel der Konferenz sei es deshalb, „zu einer besseren wirtschaftlichen Entwicklung“ und einer „besseren sozialen Situation“ beizutragen und damit die „Demokratie in Tunesien zu festigen“. Herr Wulff berichtete auch von der Arbeit der EMA, die sich seit Jahren für die vertiefte Kooperation mit dem Mittelmeerraum einsetzt und damit „zu Lösungen in der Welt und dem Abbau von Konflikten“ beiträgt. Tunesien spiele dabei eine ganz besondere Rolle in Nordafrika.

Ministerpräsident Habib Essid und Yassine Brahim, Minister für Entwicklung, Investment und internationale Kooperation, sprachen über die Bedeutung der Deutsch-Tunesischen Beziehungen im Hinblick auf die Herausforderungen, denen Tunesien gegenübersteht. Der Ministerpräsident betonte, dass Deutschland „mehr als nur ein Wirtschaftspartner“ sei. Die beiden Regierungsvertreter erläuterten vergangene Entwicklungen und stellten Reformvorhaben vor, welche unter anderem durch die Verbesserung der Investitionsbedingungen maßgeblich zur ökonomischen und sozialen Situation des Landes beitragen sollen.

Khalil Laabidi, Generaldirektor der FIPA, präsentierte eine Bestandsaufnahme der deutsch-tunesischen Wirtschaftsverflechtung. Dabei erörterte er die Standortvorteile Tunesiens welche aufgrund der guten Rahmenbedingungen (Schutz von Investitionen, der Zugang zu den Märkten Afrikas und der arabischen Welt, der Nähe zu Europa, der guten Infrastruktur sowie der gut ausgebildeten Bevölkerung) viele Anreize für Investoren beinhalteten. Im Anschluss berichtete Dr. Haskamp, CFO der Meyer & Meyer Holding GmbH & Co. KG über die fast 30 Jahre erfolgreiche Erfahrung des Unternehmens in Tunesien. Hierbei hob er auch die Arbeit mit lokalen Partnern hervor und lobte wie aus „Kooperation etwas Neues entstehen kann.“ Ähnlich äußerte sich auch Dr. Ralf Heinen, Bürgermeister der Stadt Köln, der die vielfältigen Facetten und Schwerpunkte der 50 jährigen Städtepartnerschaft Köln-Tunis vorstellte. Abschließend präsentierte Dr. Martin Henkelmann, Geschäftsführer der AHK Tunesien, die Entwicklung deutscher Unternehmungen in Tunesien.

Nach der Konferenz besichtigte die Delegation den Hafen von Radès unter der Leitung des Geschäftsführers der tunesischen Niederlassung von Meyer & Meyer, Herrn Nothnagel. Rund 9 km südlich der Hauptstadt Tunis fungiere der Hafen als wichtigster Umschlagplatz des Landes für Container und RO-ROs. Der Hafen verfüge über mehrere mobile und stationäre Scanner, die es ermöglichen gesamte Ladungen in kürzester Zeit zu überprüfen.  Herr Nothnagel berichtete auch von verschiedenen Projektvorhaben, um die Produktivität und die Bedeutung des Hafens in der Region weiter auszubauen. Viele internationale Spediteure seien in Radès aktiv und die Bundesregierung habe erst kürzlich einen weiteren mobilen Scanner zur Verfügung gestellt.

Am Abend empfing der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland die Delegation in seiner Residenz. Hierzu wurden auch Vertreter des EMA-Partnerverbands CONECT, deutsche politische Stiftungen sowie deutsche Akteure der wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit eingeladen, um die Möglichkeiten für Gespräche und Kooperation fortzuführen.