Das 3. Deutsch-Arabische Digitalforum 2019

Nachhaltigkeit durch Digitalisierung

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Im Rahmen des von der UNO initiierten 14. Internet Governance Forums fand am 25. November das von der EMA organisierte 3. Deutsch-Arabische Digitalforum statt, welches in bewährter Zusammenarbeit mit der Agentur für Wirtschaft & Entwicklung (AWE) und VOICE e.V. durchgeführt wurde. Während der Veranstaltung wurden zwei kritische Aspekte der Digitalisierung beleuchtet: Nachhaltigkeit und die Zukunft der Arbeit. Die offene Fishbowl-Diskussion ermöglichte eine aktive Beteiligung des Publikums. Das Forum begann mit Willkommensgrüßen der Generalsekretärin der EMA, Clara Gruitrooy, die vorab die Vorteile der Digitalisierung hervorhob und für eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten plädierte.

Nachhaltigkeit durch Digitalisierung

„Digitale Technologien basieren alle auf dem Prinzip von Versuch und Irrtum. Wenn man etwas startet, weiß man nicht, wo es hinführen wird“, konstatierte Michael Krake – Unterabteilungsleiter für Wirtschaft, Handel, Beschäftigung und Digitalisierung im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) – zu Beginn der Diskussion. Er führte das Beispiel der Smartphone-App Plantix an, welche von tunesischen Landwirten genutzt wird, um sich Expertenwissen für ihre Ernte zu verschaffen. Im Folgenden sagte er, dass „in der Entwicklung eine Menge reverse innovation stattfindet, von der Industrieländer lernen können.“

In der Diskussion über den Einfluss der Digitalisierung auf der Makroebene meinte Sebastian Kliem – Head of Special Interest Groups bei VOICE e.V. –, dass „die Digitalisierung Politik, Gesellschaft und Wirtschaft verändern wird“. Darüber hinaus betonte er, dass für die mit der Digitalisierung einhergehenden Herausforderungen internationale Kooperation sowie effektive Kommunikation vonnöten sind. Diese Ansicht teilte Jana Dotschkal – Senior Project Manager beim neu gegründeten Wirtschaftsnetzwerk Afrika – und fügte hinzu, dass die Lösungen für die Probleme bereits vorhanden seien. Man müsse auf regionaler Ebene zusammenarbeiten. Des Weiteren betonte sie die Dringlichkeit der Zusammenführung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Daran anschließend mahnte Steffi Kirchberger – CEO von JARO: „Es ist Zeit. Wir können nicht warten, bis die Digitalisierung voll abhebt und Nachhaltigkeit zurückbleibt. Hierfür brauchen wir verbindliche Einigungen.“

Der Einfluss von Digitalisierung auf die Zukunft der Arbeit

Die 4. Industrielle Revolution ist durch einen rapiden Fortschritt digitaler Technologien charakterisiert. Die damit einhergehende Bedenken bezüglich der Zukunft der Arbeit standen im Mittelpunkt des zweiten Diskussionspanels. Eingangs beschrieb Amel Saidane – Präsidentin von Tunisian Startups – die Startup-Szene in Tunesien als „aussichtsreich und dynamisch“. Sie fügte hinzu, dass der Markt in Tunesien im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern wesentlich kleiner sei. Aber zusammen mit dem vorhandenen Startup-Knowhow und den digitalen Mitteln werden ohnehin internationale Ziele verfolgt.

Sie ergänzte: „Der Süden ist sich der Auswirkungen der Digitalisierung auf die Zukunft der Arbeit weniger bewusst. Die Veränderungen werden drastischer sein als im Norden – hinsichtlich der Chancen und der Risiken.“ Umschulungen würden notwendig werden. Weiter erwähnte sie, dass der demografische Wandel in Nordafrika, der den Markteintritt vieler junger Leute zur Folge hat, als Chance genutzt werden sollte. Steffi Kirchberger hielt fest, dass die demografische Situation genau gegenteilig sei und den disproportionalen Anstieg älterer Menschen beinhalte. Sie riet zu einem Umdenken hinsichtlich dieser Situation und empfahl, mehr Anstrengungen zu unternehmen, um digitale Technologien zu verstehen anstatt sie lediglich zu konsumieren.

„Digitalisierung als Werkzeug, um das Ziel der Nachhaltigkeit zu erreichen“

Sich zurück auf den Aspekt der Nachhaltigkeit beziehend äußerte Christian Kallenbach – Senior Sales Advisor von Cloud & Heat Technologies – Sorge darüber, dass im Jahr 2030 Datenzentren 21 Prozent des globalen Energieverbrauchs verursachen würden statt der jetzigen fünf Prozent. Durch das Skizzieren von effizienten Wasserkühlungssystemen, welche den Kern seines Unternehmens darstellen, betonte er die Notwendigkeit von einer weltweiten Reduktion von Emissionen. Ergänzend erwähnte er die Notwendigkeit von digitaler Sicherheit, auf welcher die Nachhaltigkeit basiere. Außerdem hielt er fest, dass „Sicherheit etwas sei, worüber die Leute nicht reden würden, da sie denken, dass sie sowieso gegeben wäre“. Jedoch gibt es Bedarf an ausreichenden Sicherheitsstandards und für den ganzen IT-Sektor geltende Regelungen.

Abschließend lud Clara Gruitrooy das Publikum ein, die Ziele der EMA mit zu verfolgen und zusammen Lösungen zu finden. Sie hielt darüber hinaus fest, dass das Forum ohne die Partner und Unterstützer – AWE und VOICE – sowie die Teammitglieder der EMA nicht ein solcher Erfolg gewesen wäre. Zu allerletzt äußerte sie ihre Dankbarkeit gegenüber den Gastgebern: den Vereinten Nationen und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi).

 

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