Das EMA-Forum für den Mashrek und den Golf

Bericht

Die Premiere des vom deutsch-arabischen Länderverein EMA gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt initiierten „Forums für den Mashrek und den Golf“ stand unter keinem guten Stern: Im Nahen Osten droht die Krise zwischen Israel und Palästina weiter zu eskalieren; in Syrien ist kein Ende der Konfrontationen abzusehen. Aufgrund dieser Entwicklungen beschloss Dr. Guido Westerwelle, der Schirmherr dieser Veranstaltung, kurzfristig am Eröffnungstag in die Nahostregion zu reisen. Umso mehr dankte Viktor Elbling, Leiter der Abteilung für Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung des Auswärtigen Amts, der EMA für ihren großen Einsatz. Und auch sein Kollege Boris Ruge, Regionalbeauftragter für Nah‐ und Mittelost und Maghreb, verwies darauf, dass sich in dieser politisch instabilen Zeit viele Unternehmer und Investoren nur zögerlich an die Mashrek und Golfregion heranwagten. Trotz aller Vorbehalte gelang es der EMA rund 200 deutsche, türkische und arabische Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Forschung und Zivilgesellschaft am 19. und 20. November 2012 zusammenzubringen, um Deutschlands Außenwirtschaftsbeziehungen weiter zu intensivieren: Allein deutsche Exporte in die Mitgliedstaaten des Golfkooperationsrates beliefen sich im Jahr 2011 auf fast 18 Milliarden Euro. Und auch das derzeitige Projektvolumen deutscher Firmen in diesen Ländern umfasst 1,8 Billionen US-Dollar.

Neben relevanten Themen für eine erfolgreiche Außenwirtschaft beleuchteten die hochrangigen deutschen und arabischen Repräsentanten in acht Workshops daher auch die führenden Branchen für nachhaltige Entwicklung: Wasser, Umwelt und Erneuerbare Energien; Infrastruktur, Stadtplanung und (Grüne) Logistik sowie Gesundheitswirtschaft und Life Sciences. Erfahrungen wurden ausgetauscht, aktuelle Projekte vorgestellt und lösungsorientierte Konzepte zur tiefergehenden Vernetzung von deutschen Unternehmen mit arabischen Partnern erörtert. Besonders die wichtige Rolle Ägyptens als politische Mittlerin wurde während des Forums deutlich. Obwohl sich das Land momentan selbst im Umbruch befindet, bietet es gleichzeitig auch neue Chancen für die deutsch-arabischen Beziehungen: „Deutschland ist ein verlässlicher und starker Partner. Ich ermutige führende deutsche Unternehmer in Ägypten zu investieren. Denn wenn sie in Ägypten investieren, unterstützen sie Demokratie und tragen zur Stabilisierung in der Mittelmeerregion bei“, so S.E. Dr. Mohamed Higazy, der ägyptische Botschafter.

Darüber hinaus gewährte das diesjährige Rahmenprogramm den Teilnehmern einen Einblick in den Wirtschaftsstandort Brandenburg: Neben einer historischen Stadtrundfahrt durch Potsdam, bot besonders auch der Empfang beim Staatssekretär im brandenburgischen Ministerium für Wirtschaft und Europa- angelegenheiten einen geeigneten Rahmen für B2B-Gespräche. Die Besichtigung des Flughafens Berlin-Brandenburg gab Anlass zu Diskussionen über Best Practice und zukunftsgerichtete Infrastruktur zur besseren arabischen-deutschen Anbindung. Das Galadinner im der Öffentlichkeit sonst nicht zugänglichen Abgeordnetenrestaurant des Deutschen Bundestags fand großen Anklang bei den Gästen. Die Keynote Speech wurde von Klaus Brandner, Mitglied des Bundestages und Vorsitzender der Deutsch-Ägyptischen Parlamentariergruppe gehalten. Und auch insgesamt stieß das erste „EMA-Forum für den Mashrek und den Golf“ auf viel positive Resonanz: „Die EMA hat mit Abstand ihre bislang beste Veranstaltung hingelegt. Gerade in diesen turbulenten Zeiten ein kleines Wunder!“, so ein Teilnehmer.


Im Mitgliederbereich kann der vollständige Bericht als pdf heruntergeladen werden.

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