Das 2. Deutsch-Arabische Logistikforum

Bericht

In Fortführung des 2011 etablierten „Logistikforums für die EMA-Region“ bot die Freie und Hansestadt Hamburg als logistischer Knotenpunkt in der Weltwirtschaft den optimalen Treffpunkt für das „2. Deutsch-Arabische Logistikforum“, welches unter dem Motto „Logistik als Knotenpunkt aller Handelsbeziehungen“ vom 28.-29. April 2014 als Initiative der EMA unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur in der Handelskammer Hamburg stattfand. Als Treffpunkt für Referenten, Delegierte und Forumsteilnehmer aus Deutschland, der Türkei und vielen arabischen Ländern wie Ägypten, Oman, Irak, Marokko, VAE, Libyen, Jordanien, Tunesien und Saudi-Arabien, standen Grüne Logistik, Hafenlogistik, Supply Chain Management, Verkehr, Mobilität und Infrastruktur sowie Sicherheit und Transport als Schwerpunktthemen des Forums im Mittelpunkt der moderierten Fachvorträge und Diskussionen.

Panel I: Grüne Logistik

Nicht nur deutsche grüne Konzepte wie Elektrofahrzeuge von Meyer & Meyer GmbH entfachten Neugier unter den Teilnehmern. So wurde beispielsweise die „KAEC King Abdullah Economic City“ – ein emiratisches Vorzeigeprojekt, wenn es um See-, Luft- und Bahnlogistik-Infrastruktur geht – als äußerst innovatives Projekt im Rahmen der Nachhaltigkeit vorgestellt. Da die KAEC als Drehschreibe für Logistik und Produktion in Zukunft fungieren soll, erhofft man sich, dass die Neuerungen mit dem Hintergrund einer unternehmerfreundlichen Umgebung ein breites Spektrum an Investoren anlocken werden. Moderator Prof. Dr. Haasis vom Bremer Institut für Seewirtschaft machte abschließend deutlich, dass er der Idee der grünen Logistik optimistisch gegenüber stehe: „Grüne Logistik ist eine neue Philosophie und es ist unbedingt notwendig, grüne Lösungsansätze zu verwirklichen.“ 
 

© EMA    

 

Panel II: Hafenlogistik

Die Hafenlogistik war ebenfalls ein intensiv diskutiertes Thema auf dem diesjährigen Forum. Rechtsanwalt Dr. Wülfing moderierte die sehr interessanten Präsentationen über zukunftsorientierte Häfen für Mega-Frachter, die Freihandelszone Jafza Jebel Ali Free Zone sowie neue Schieneninfrastrukturen in der Golfregion. Die Ansätze zu mehr Nachhaltigkeit in der Hafenlogistik bleiben mit Spannung zu beobachten.

Panel III: Supply Chain Management

Komplexe und dynamische Lieferanten- und Kundennetzwerke bilden das Supply Chain Management. Spannende Vorträge beinhielten Themen wie die geostrategischen Vorteile Marokkos im Wettkampf um den größten Logistikstandort der Zukunft, effizienteres Management von Lieferantennetzwerken und speziell dafür entwickelte Maschinen sowie das BALO Projekt, welches eine verbesserte Transportverbindung durch die Türkei als zentralen Knotenpunkt vorsieht. Das Schlüsselelement des Transportsektors bildet der Schienenverkehr.
 

Panel IV: Verkehr, Mobilität und Infrastruktur

Verkehr, Mobilität und Infrastruktur differenzieren zwischen der EMA-Region und Deutschland, wie etwa in der Infrastruktur, dessen Ausbau sich in der arabischen Region mit hoher Geschwindigkeit entwickelt. Doch ob Deutschland oder EMA-Region – die Prioritäten liegen in der Mobilität. So wurden sowohl Präsentationen über die Modernisierung der „Border Gates“ in der Türkei als auch dem elektrisch angetriebenen und somit umweltfreundlichen Lastwagen „Swap Body“ gehalten. Insbesondere wurde der Bedarf an mehr Umweltbewusstsein und die damit verbundene stärkere Zusammenarbeit hervorgehoben.

Panel V: Sicherheit und Transport

Als zentrales Thema der Logistik wurden beim Thema Sicherheit und Transport viele spannende Aspekte aufgegriffen. So machte die Rechtsanwältin Mamozai darauf aufmerksam, dass es in der Hochseeschifffahrt notwendig sei, potenzielle Risiken zu identifizieren, bevor sie zustande kommen. Der deutsch-irakische Unternehmer Herr Hrori betonte, dass Projekte in Entwicklungsländern trotzdem möglich sind und mit besonderen Vorkehrungen durchaus erfolgreich durchführen lassen, wie er an seinem Geschäftsmodell im Irak darstellte. Mit Logistik als Knotenpunkt bieten die arabischen Regionen lukrative Grundlagen, die in Kooperation mit europäischen Unternehmen zu erfolgreichen Ergebnissen führen können.
 

© HHLA, EMA, Heinemann    

Die EMA bot durch die Veranstaltung ein Fundament für zukünftige Entwicklungszusammenarbeit. „Die Zukunft beginnt heute“, resultierte Prof. Dr. Haasis im Schlussplädoyer, während Dr. Jäger  die Dringlichkeit eines 3. Deutsch-Arabischen Logistikforums betonte. So warf das Forum erneut spannende Denkanstöße auf und bot den idealen Rahmen, um sich zu vernetzen, zu diskutieren und potenzielle Lösungsansätze zu ermitteln. Die 150 Teilnehmer vor allem aus den klein- und mittelständischen Unternehmen waren sich einig, dass sich der Logistiksektor in einer globalisierten Welt neuen Herausforderungen ausgesetzt sieht, welche nur gemeinsam bewältigt werden können. Das anschließende Business Dinner im exklusiven Anglo-German Club gab zusätzlich Gelegenheit, die intensiven Gespräche in freundlicher Atmosphäre fortzuführen.

Das Rahmenprogramm

Die Firmenbesichtigungen und B2B-Gesprächen im Hamburger Hafen am Folgetag boten einen exklusiven Einblick in die hochinnovativen Logistikstrukturen Hamburgs. Zu Beginn begrüßte Herr Rehbom, Logistikleiter des seit 2003 in Operation befindlichen Logistikzentrums von Gebr. Heinemann SE & Co. KG in Allermöhe, die Besucher. Wohl eines der modernsten Logistikzentren Europas, beliefert Gebr. Heinemann über tausende Kunden an Flughäfen, Häfen, und Grenzstationen in Form von Duty Free Shops weltweit. Im Anschluss an das Gespräch bot sich bei einer Führung durch das Gelände die Gelegenheit, die Prozesse und Abläufe hautnah zu erleben und sich von den vollautomatisierten Prozessen beeindrucken zu lassen.

Anschließend wurde die Delegation in dem HHLA Container Terminal in Altenwerder von Dr. Kasiske, HPC Hamburg Port Consulting GmbH, begrüßt. Durch die Präsentation des top-modernen Container Terminals und einer Gelände-Rundfahrt konnten sich die Teilnehmer ein eigenes Bild über den hohen Automatisierungsgrad und die einzigartige Technik des Terminals machen.

In einem abschließend lebhaften Gespräch beim Mittagessen im Hamburger Rathaus wurde über die Konferenz sowie die Besichtigungen diskutiert, wobei eine vertiefte deutsch-arabische Zusammenarbeit vereinbart wurde.


>> Hier können Sie den Bericht herunterladen (pdf, 4 Seiten).

 

Redaktion: EMA e.V. unter Mitwirkung durch Barbara Schumacher, Freie Journalistin