Das Umweltforum für die EMA-Region

„Wir verlassen Hamburg nicht nur mit neuen Ideen und Geschäftskontakten, sondern vor allem auch mit neuen Freunden.“

Bericht

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„Wir verlassen Hamburg nicht nur mit neuen Ideen und Geschäftskontakten, sondern vor allem auch mit neuen Freunden.“

Dieses Fazit von Dr. Omar Rifai, dem Direktor des West Asia – North Africa (WANA) Forum und Präsidenten des Jordan Institute of Diplomacy, schaffte nicht nur eine angenehme und freundschaftliche Atmosphäre beim exklusiven Abendessen, sondern resümierte überdies den vollen Erfolg des Umweltforums.

Im Rahmen der Auszeichnung „Hamburg Umwelthauptstadt Europas 2011“ wurde am 07. und 08. Juni 2011 das Hamburger Umweltforum für die EMA-Region veranstaltet. Anknüpfend an den Erfolg des Wasserforums vom März 2010, leistete die EMA erneut Ihren Beitrag zur Vertiefung der deutsch-arabischen Beziehungen mit einem Fachforum zum Thema Umwelt.

Tatsächlich werden die Länder der EMA-Region laut Prognosen besonders stark von klimatischen Veränderungen betroffen sein, welche durch das rasante Bevölkerungswachstum noch potenziert werden dürften. Deutsche Unternehmen nehmen auf dem Gebiet der Umwelttechnik, der Erneuerbaren Energien und dem Klimaschutz oftmals eine Vorreiterrolle ein, was die Grundlage schafft, Kooperationsmöglichkeiten mit der Arabischen Welt zu eröffnen. Experten der arabischen und deutschen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik nutzten das Umweltforum als eine Plattform für Vernetzung und Austausch.

Besonders erfreulich war die doppelte Schirmherrschaft des Forums: auf arabischer Seite durch den Prinzen des Haschemitischen Königreichs Jordanien, S.K.H. Prinz El Hassan bin Talal. Die jüngst ins Amt berufene Hamburger Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt, Jutta Blankau, übernahm die Schirmherrschaft auch als Zeichen für die enge Kooperation mit der Umwelthauptstadt 2011.

Das Umweltforum fand im Haus der Wirtschaft Hamburg statt, dem Sitz eines der führenden Arbeitgeberverbände in Norddeutschland: NORDMETALL, den die EMA im Rahmen des Umweltforums als dauerhaften Kooperationspartner gewann, wie der Vizepräsident, Wolfgang Würst, im ersten Grußwort als Hausherr betonte. Prof. Dr. Siedentopf, Präsident der EMA, verwies auf die Klimaneutralität des Umweltforums, die durch den neuen EMA-Partner KlimaInvest Green Concepts GmbH ermöglicht worden war.

Die Entwicklung des Umweltengagements sei eine Erfolgsgeschichte, die jedoch auch zu weiterem konstruktiven internationalen Austausch verpflichte, begann Staatsrat Holger Lange von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt sein Grußwort im Namen der Schirmherrin Frau Senatorin Blankau. Er beglückwünschte die EMA zur Initiierung des Umweltforums, da diese Veranstaltung aufgrund ihrer Dialogorientierung ein positives Beispiel eines Laboratoriums für Kooperationsanbahnungen sei.

Ein Auszug aus dem Grußwort des Prinzen von Jordanien, S.K.H El Hassan Bin Talal, verdeutlicht den Wandel, den die arabischen Revolutionen auch für die Umweltthematik mit sich bringen werden:

„Ich möchte betonen, dass der Wandel auch bessere Möglichkeiten eröffnen wird, da sich unsere Gesellschaften von Systemen befreien, die schwache Führungen und Monopol-Industrien aufrechterhielten sowie Korruptionspraktiken tolerierten. Die Arabischen Länder sind reich – nicht nur als dauerhafte Quelle von Concentrated Solar Power (CSP), sondern auch als Quelle junger, dynamischer, gebildeter Leute, die Arbeit suchen – zusätzlich zu Möglichkeiten, eine bessere Welt zu schaffen. In den Arabischen Wandel zu investieren, sozusagen aus dem Moment einen Nutzen zu ziehen, könnte schneller die Win-Win-Situation herbeiführen, von der wir alle so oft sprechen.“

Diesen klaren Worten folgten sodann spannende Vorträge zu den Bereichen Klimaschutz, Erneuerbare Energien, Wassermanagement und Abfallwirtschaft. Hochkarätige Referenten und Moderatoren sowie die hohe Internationalität auf dem Podium und im Publikum sorgten für ein vielfältiges und abwechslungsreiches Programm für die rund 150 Teilnehmer der Konferenz.

 

Zweifelsohne bietet die EMA-Region zahlreiche Möglichkeiten für Investitionen in erneuerbare Energien, auch wenn dazu gewisse bürokratische, technische und personelle Hürden bis zu einer erfolgreichen Betätigung in der Region genommen werden müssten. Die Referenten waren sich jedoch einig, dass dieser Aufwand sich lohne und warben offensiv für ausländische Investitionen im Umwelt- und Energiebereich.

Dass die EMA, die im Dienst der deutschen Entwicklungszusammenarbeit agiert, die richtige Partnerin für ein verstärktes unternehmerisches Engagement in der Region ist, zeigt sich auch durch ihre starke Vernetzung mit arabischen Stakeholdern. Die Unterzeichnung der Memorandi of Understanding zwischen der EMA und dem Jordan Investment Board sowie zwischen der EMA und dem arabischen Wasserverband ACWUA legen einen weiteren Grundstein für eine zukunftsweisende Kooperation. Auch die Ehrenmitgliedschaft des Prinzen von Jordanien zeugt darüber hinaus von den guten Beziehungen mit dem Haschemitischen Königreich.

Die Konferenz bot reichlich Gelegenheit für Vernetzung und B2B-Gespräche. In der Galerie der Veranstaltung fanden sich Experten und Repräsentanten aus den verschiedenen Ländern und Branchen zu angeregten Gesprächen zusammen und ließen sich von den Ausstellern verschiedener Firmen über innovative Produkte und institutionelle Arbeit informieren.

Druckfrisch zum Umweltforum erschien auch die klimaneutral gedruckte Ausgabe 2/2011 des EMA-Magazins Mediterranes mit Schwerpunkt auf Umwelt und Erneuerbaren Energien. Über die Themen des Umweltforums hinaus präsentiert das über 90 Seiten starke Magazin weitere Hintergrundberichte und exklusive Interviews mit Umweltministern der EMA-Region.

Wie schon von Dr. Rifai beim exklusiven Abendessen angedeutet, rundete das Rahmenprogramm vom 08. Juni die inhaltliche wie freundschaftliche Vertiefung der Kontakte ab. Nach einem Empfang in der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, auf dem die Projekte der Umwelthauptstadt Hamburg vorgestellt wurden, besuchte die Delegation nach einem Mittagessen in angenehmer Atmosphäre die führende Messe zur Brennstoffzelltechnologie H2Expo. Dort erhielten die Gäste in Begleitung der Hamburger Messeleitung eine Führung durch die Messe mit anschließender Testfahrt in Elektrofahrzeugen der neuesten Technologie.

Mit dem erfolgreichen Hamburger Umweltforum für die EMA-Region hat die EMA erneut Ihre Kompetenz bewiesen, eine regelmäßige Plattform zu schaffen, die als Möglichkeit begriffen wurde, Synergieeffekte zu kreieren, zu nutzen und den Umbruch der arabischen Welt als Chance für gemeinsames nachhaltiges Handeln zu begreifen.

Randi Barth, Magdalena Schreiner