Das Wasserforum für die EMA-Region

Umweltschutz und Wassermanagement: Nachhaltige Kooperation und Know-How-Transfer in der EMA-Region

Eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit stellt die Verfügbarkeit der Ressource Wasser dar. Gerade die Länder der EMA-Region stehen vor großen Problemen angesichts der Verknappung qualitativ hochwertigen Trinkwassers. Dabei wird das Recht auf sauberes Trinkwasser nicht zuletzt von den Vereinten Nationen gefordert und ist zentraler Bestandteil der Millenium Development Goals.
 
Mit ihrer Expertise können deutsche Institutionen und Unternehmen wichtige Impulse und innovative Lösungen bieten.
 
Neuerungen beim Wasserforum für die EMA Region:
  • Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle hat im Dezember letzten Jahres die Schirmherrschaft für das Wasserforum übernommen.
  • Aufgrund der großen Nachfrage wurde das Wasserforum auf die gesamte EMA Region ausgeweitet, so werden neben den ehemaligen Gastländern Syrien, Jordanien und Marokko außerdem WasserexpertInnen und -experten aus u.a. dem Irak, Jemen, Ägypten und Dubai in Hamburg begrüßt.
Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den einzelnen EMA-Ländern wurde bisher vor allem bilateral gestaltet. Ein multilaterales Wasserforum für die EMA-Region gab es nicht. Aufgrund dieses akuten Handlungsbedarfs werden mit dem Wasserforum für die EMA-Region erstmalig und überregional Expert/innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik wesentliche Aspekte der Wasserthematik vorstellen und mit dem interessierten Fachpublikum erörtert:
 
Schwerpunkte des Wasserforums
  1. Soziokulturelle Grundlagen des Wasserrechts; Regionale Wasserverteilungskonflikte
  2. Integriertes Wasserressourcenmanagement
  3. Public Private Partnership
  4. Innovatives Wassermanagement
  5. Wasseraufbereitung
  6. Abwasserentsorgung
 
Gastländer
Insbesondere wird auf die drei Gastländer Marokko, Syrien und Jordanien eingegangen:
 
Marokko
Der vergangene regenreiche Winter darf nicht über die Wasserknappheit des Landes hinwegtäuschen. Neben der Landwirtschaft, dem hauptsächlichen Wasserkonsumenten, erhöht sich auch der Verbrauch durch die boomende Tourismusbranche. Zusätzlich gefährden Rodungen eine nachhaltige Wasser-gewinnung und verschmutzte Wasserreservoirs die Gesundheit, besonders der ländlichen Bevölkerung.
 
→ aktuelle Projektausschreibungen und Investitionen:
In den nächsten Jahren wird Marokko rund 1,5 € Mrd. in die Verbesserung der Trinkwasserversorgung und in die Abwasseraufbereitung investieren. Bis 2020 ist zudem der Bau von 20 neuen Staudämmen geplant.
 
Syrien
Eine Übernutzung der Ressource Wasser hat auch in Syrien bereits akute Folgen der Verknappung sichtbar gemacht. Besonders die ineffiziente Säuberung und das Einleiten von verunreinigtem Abwasser in die vorhandenen Gewässer stellen eine Gefahr für die Versorgung mit Trinkwasser und auch für die Agrarproduktion dar. Experten fordern daher einen integrierten Ansatz zum Wasserressourcen-management und die Entwicklung von Investitionsvorhaben.
 
→ aktuelle Projektausschreibungen und Investitionen:
Für die Wasseraufbereitung wie auch die Verbesserung der Infrastruktur ist Syrien auf die Kooperation ausländischer Investoren angewiesen. Projekte wie die Modernisierung von Wasserleitungen, wie in Aleppo durch die KfW Entwicklungsbank in Höhe von 50 € Mio. gefördert, bieten gute Investitions-möglichkeiten, auch für die deutsche Wirtschaft.
 
Jordanien
Das zu 80% aus Wüste bestehende Land verfügt nur über beschränkte Kapazitäten zur landwirtschaftlichen Nutzung seiner Böden. Dennoch werden enorme Wasservorkommen für die Bewässerungslandwirtschaft aufgewandt, was zu einer Übernutzung der ohnehin knappen Grundwasser-ressourcen führt. Zusätzlich ist das Wassermanagement durch ineffiziente Infrastrukturen und unzureichende Abwasserentsorgung gekennzeichnet. Die hieraus resultierenden Rationierungen von Wasser bergen wiederum Gesundheitsgefahren, etwa durch Verschmutzungen der Rohre oder dem Rückgriff auf nicht kontrolliertes Wasser privater Händler.
 
→ aktuelle Projektausschreibungen und Investitionen:             
Neben Projekten in den Bereichen der Wasserver- und Abwasser-entsorgung wird Jordanien 2010 vor allem das Megaprojekt des „Red Sea – Dead Sea“ Kanals weiter verfolgen, der Wasser aus dem Roten Meer in das 350 Kilometer entfernt liegende Tote Meer transportieren soll.
 
Alle Gastländer begegnen ähnlichen Herausforderungen, die es herauszustellen gilt, um nachhaltige, vereinte Ansätze zu schaffen. Das Know-How deutscher Firmen und Versorgungsdienstleister kann in einer Vielzahl von Projekten in der EMA-Region besonders vorteilhaft eingebracht werden. Dies ist bisher nur unzureichend geschehen. Genau hier sehen die EMA und ihre Kooperationspartner ihre Hauptaufgabe.