Das wasserforum für die EMA-Region

Kooperation und Wissenstransfer in der EMA-Region

Bericht

In dem historischen Gebäude der Handelskammer Hamburg fand am 11. März 2010 das erste Hamburger Wasserforum für die EMA-Region statt. Die Euro-Mediterranean Association for Cooperation and Development e.V., kurz EMA, bot den Rahmen für die Suche nach Lösungsansätzen für eine effiziente und nachhaltige Wassernutzung in der EMA-Region. 
 
Das Wasserforum stand unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für Wirtschaft und Technologie, Rainer Brüderle, und wurde in Kooperation mit der Handelskammer Hamburg durchgeführt.
 
 „Sauberes Wasser ist ein Grundrecht für Alle“, meinte Dr. Karl-Joachim Dreyer in seinem Grußwort zur Eröffnung des Wasserforums. Damit wurde auch sofort die spezielle Bedeutung von Hamburg als Veranstaltungsort deutlich. Keine andere Stadt in Deutschland ist historisch und wirtschaftlich so eng mit der Wasserthematik verbunden, wie die Hansestadt. Prof. Dr. Horst H. Siedentopf, der Präsident der EMA, bestätigte dies, indem er festhielt, dass das Wasserforum „der Beginn einer langfristig angelegten Partnerschaft für die Ressource Wasser und für das Wohl aller Beteiligten“ sei.
 
Ehrengast der Veranstaltung und Präsident des Arab Water Council, S.E. Prof. DR. Mahmoud Abu-Zeid aus Ägypten erinnerte mit seiner Aussage „NO MONEY – NO WATER – NO LIFE“ daran, dass es bei Wasser nicht nur um wirtschaftliche Aspekte geht. Wasser ist eine Lebensgrundlage und nur durch eine enge Kooperation lassen sich nachhaltige Lösungen für die Wasserknappheit in der EMA-Region erarbeiten. 
 
Leben ist an Wasser als Grundlage geknüpft. Ausreichende Verfügbarkeit und Reinheit des Wassers sind Voraussetzungen für menschliches Wirtschaften und Zusammenleben.
 
Der Nahe und Mittlere Osten, weltweit die wasserärmste Region, leidet überdurchschnittlich stark unter dem Klimawandel. Eine Verbesserung des Managements und die effiziente Nutzung der vorhandenen Wasserressourcen stellen eine große Herausforderung für die Länder der  EMA-Region dar. Vor diesem Hintergrund lagen die Themenschwerpunkte des Wasserforums, im Hinblick auf diese Region, auf einer nachhaltigen Wassernutzung, insbesondere auf Aspekte der Trinkwasseraufbereitung, von Grauwassernutzung sowie der Abwasserbehandlung.
 
Vertreter aus Wirtschaft, Forschung, Gesellschaft und Politik referierten in sechs verschiedenen Foren über die verschiedenen Möglichkeiten und Probleme einer nachhaltigen Wasserwirtschaft in der EMA-Region. Technische Innovationen, politische Rahmenbedingungen und finanzielle Investitions- und Förderungsmöglichkeiten im Wassersektor wurden erörtert. In diesem Zusammenhang verdeutlichten die Experten auch die technischen Innovationen im Wassersektor der letzten Jahre.
 
Vor allem mittelständische Unternehmen sahen auf dem Wasserforum die Möglichkeit ihre Produkte und Dienstleistungen einem interessierten Publikum zu präsentieren. Ein Projekt, das die gesamte EMA-Region umfasst und in erster Linie an deutsche Unternehmen adressiert ist, stellt bis dato ein Novum dar. In der entspannten Atmosphäre der Veranstaltung konnte somit auch der ein oder andere Grundstein für zukünftige Kooperationen gelegt werden.
 
Alle Teilnehmer – etwa 250, sowie 10 Aussteller - waren sich vor dem Hintergrund eines stetigen Bevölkerungswachstums einig, dass eine zunehmende Wasserknappheit und gerechte Wasserverteilung in der Region nur durch eine enge Kooperation aller Beteiligten zu überwinden sei. Alle Anwesenden betonten, dass dem Wissens- und Technologietransfer eine entscheidende Rolle zukäme. Bei der Frage nach allgemeinen oder gar verbindlichen Auflagen zur Wasseraufbereitung zeigte sich, dass hier noch großer Diskussionsbedarf besteht. Es wurde aber bekräftigt, dass ein Euro-Mediterraner Wissensaustausch – gerade auch auf dem Gebiet der Auflagen für eine Wasseraufbereitung - ausdrücklich erwünscht ist.
 
Der Abschluss der Konferenz fand bei festlicher Stimmung im Rathaus der Freien und Hansestadt Hamburg statt. Herr Stefan Herms, Leiter der Senatskanzlei Hamburg sprach in seinen Grußworten von der Bedeutung des Wasserforums für die Hansestadt Hamburg und bekräftigt seinen Wunsch auf eine Intensivierung der Kooperation zwischen Hamburg und den Ländern der EMA-Region. Es folgte die Unterzeichnung des Kooperationsabkommens zwischen der EMA e.V. und dem Arab Water Council, vertreten durch S.E. Prof. Dr. Mahmoud Abu-Zeid und Prof. Dr. Horst H. Siedentopf. Dieses Kooperationsabkommen bildet die Grundlage einer zukünftigen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Wasserwirtschaft in der EMA-Region.
 
Am darauffolgenden Tag war interessierten Teilnehmern die Möglichkeit geboten an der Firmenbesichtigung der größten Kläranlage der Bundesrepublik, des Klärwerks Köhlbrandhöft, Hamburg Wasser, teilzunehmen.
 
In entspannter Atmosphäre fand der Abend mit interessanten Gesprächen seinen Ausklang.

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