Das 3. Deutsch-Arabische Wasserforum in Jordanien 

Wasser – ein Element der Verbindung in der arabischen Welt und nicht der Feindseligkeit und Kriege

Bericht

Diese Aussage fasst das 3. Deutsch-Arabische Wasserforum zusammen, welches vom 31. Mai bis 2. Juni 2015 in Anwesenheit zahlreicher hochrangiger Repräsentanten aus Politik und Wirtschaft aus dem arabischen Raum in der Handelskammer Amman in Jordanien stattfand. Bereits zum dritten Mal brachte die EMA internationale Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zusammen.

Die rund 70-köpfige EMA-Delegation und die rund 250 jordanischen Konferenzteilnehmer wurden von Seiner Exzellenz Issa Haider Murad, Präsident der Handelskammer Amman, EMA-Präsident Christian Wulff, Bundespräsident a.D., SE Herrn Dr. Talal Abu-Ghazaleh, Geschäftsführer von TAG-Org begrüßt.

 

Der jordanischen Wasserminister, SE Dr. Hazim El-Nasser, betonte in seiner Begrüßung insbesondere die Rolle des Forums als Plattform für Regierungen, Geber und den privaten Sektor, um Handlungsbedarf aufzuzeigen und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.

Anschließend trug der Schirmherr des Forums und EMA-Ehrenpräsident, Seine Königliche Hoheit Prinz Hassan bin Talal, mit einer Keynote zur Veranstaltung bei. Er hob hervor, dass die Sicherstellung der Wasserversorgung sowie der menschlichen Sicherheit nur durch enge Kooperation mit der internationalen Gemeinschaft und regionaler Stabilisierung möglich ist und schloss mit den Worten dass es notwendig sei, „die Aufnahmekapazität nachzuvollziehen um die Fähigkeit zu entwickeln, gleichermaßen die Bedürfnisse der Bewohner in gerechter Form zu befriedigen und die menschliche Sicherheit und Würde zu garantieren.“.

Die Workshops zeichneten sich durch eine außerordentliche Themenvielfalt und hochkarätige Sprecher aus. Der libanesische Umweltminister, SE Mohamad Machnouk sowie sein irakischer Kollege, SE Dr. Qutaiba Al-Jubouri, betonten die Bedeutung des Wasserproblems in der Zukunft.

Angesichts der aktuellen Krisen im Jemen und Somalia informierte der dschibutische Wasserminister HE Mohamad Awaleh über Wassermanagement in Dschibuti und die dortigen Herausforderungen im Wassersektor.

Die aktuelle Situation der Flüchtlinge in Jordanien sowie den angrenzenden Ländern wurde unter anderem von Vertretern von UNHCR, UNICEF sowie des Roten Kreuzes dargestellt. Insbesondere die Notwendigkeit des Übergangs von kurzfristigen zu langfristigen und nachhaltigen Lösungen im Wassersektor wurde dabei erörtert.

IE Shahira Wahbi, Leiterin der Abteilung für nachhaltige Entwicklung und internationale Kooperation der Arabischen Liga, betonte die Notwendigkeit der engen Zusammenarbeit der arabischen Staaten um die aktuellen Herausforderungen im Wassersektor zu überwinden.

Übereinstimmend wurde in der Abschlusszeremonie das Resümee gezogen, dass Deutschland als allererster und wichtigster Partner in Bezug auf Wassertechnologie zu nennen sei.

Um den Delegationsteilnehmern einen unmittelbaren Eindruck der Lage vor Ort zu vermitteln, führte das Rahmenprogramm am zweiten Tag in den Norden Jordaniens. Dieser ist von der derzeitigen Flüchtlingssituation am stärksten betroffen.

 

 

Bei einem Empfang in der Universität Al Al-Beit in Mafraq sowie im benachbarten Flüchtlingslager Zaatari konnten die Teilnehmer einen Eindruck der Wasserinfrastruktur vor Ort gewinnen. Bei der anschließenden Besichtigung der archäologischen Stätte Umm El-Jimal erhielt die Delegation ebenfalls einen Eindruck des historischen und kulturellen Reichtums des Landes.

Auch die herzlichen Gastfreundschaft der Jordanier wurde bei einem traditionellen Empfang bei Mohammad Sayyah Al-Oun in Qada’a Sabha im Nordan Jordaniens erfahren. Abschließend wurde die Khirbet-Al-Samra Abwasseraufbereitungsanlage besichtigt, die die Abwasserversorgung des Großraum Amman sicherstellt.

Am dritten Tag führte das Forum die Teilnehmer in Jordaniens Hafenstadt Aqaba am Roten Meer. Nach einem Empfang in der Handelskammer Aqaba wurden die örtlichen Wasserwerke der Aqaba Water Company besichtigt.

Anschließend führte das Programm die Delegation in die Wüste wo das Disi-Projekt, welches in Zukunft die Wasserversorgung von Amman sicherstellen soll, besichtigt wurde. Anschließend informierte die Delegation sich über ökologische Wassereinsparungsmaßnahmen im Wüstental Wadi Rum, wo das Forum auch seinen Abschluss fand.

Mit dem diesjährigen Wasserforum hatte sich die EMA zum Ziel gesetzt, deutsche Unternehmen mit einschlägiger Expertise auf dem Gebiet der Wassertechnologie mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut zu machen. Gemeinsam wurden während der drei Tage nachhaltige Lösungen für aktuelle Herausforderungen im Wassersektor angesichts der Flüchtlingskrise in vielen arabischen Ländern diskutiert und somit die deutsch-arabische Wasserkooperation aktiv vorangetrieben.

Erneut hat sich gezeigt, dass trotz bestehender Herausforderungen durch internationale Zusammenarbeit die Situation nachhaltig verbessert werden kann und die deutsche Seite mit Wissens- und Technologietransfer zum Aufbau einer nachhaltigen Wasserinfrastruktur und Entspannung der Lage beitragen kann.