Deutsche Wirtschaftsdelegation anlässlich der Investorenkonferenz Tunisia 2020

Über 60 deutsche Unternehmer bei der Tunisia 2020

Bericht

Mit 800 Teilnehmern hatten die Veranstalter ursprünglich gerechnet – es kamen 4.500. Aus 70 verschiedenen Ländern reisten Unternehmensvertreter, Investoren, politische Entscheidungsträger und Journalisten vom 29. bis 30. November nach Tunis zur Investorenkonferenz Tunisia 2020, um Tunesien mit Krediten und Investitionen auf dem Weg hin zu einer modernen Demokratie zu unterstützen. Die tunesische Regierung nutzte diese Gelegenheit, um das neue Investitionsgesetz sowie einen ehrgeizigen Entwicklungsplan für die Jahre 2016 bis 2020 vorzustellen und für Vertrauen bei potentiellen Investoren zu werben. Fast 150 Projekte unterschiedlicher Branchen wurden präsentiert. Insgesamt konnten im Rahmen der Konferenz Verträge über Zuwendungen von rund sechs Milliarden Euro unterzeichnet werden, weitere acht Milliarden wurden zugesichert. Zusammengenommen ist diese Summe größer als der tunesische Staatshaushalt für 2017. Diese Zahlen belegen eindrucksvoll, dass das internationale Interesse an Tunesien und die Bereitschaft zur Unterstützung groß ist. Darüber hinaus wurden zahlreiche private Investitionsvorhaben und Partnerschaften öffentlich gemacht, z.B. die Errichtung einer Montage für Pickup Fahrzeuge durch Peugot PSA und der Aufbau einer Tourismusanlage im Norden von Tunis. 

Auch über 60 deutsche Unternehmer nahmen an der Konferenz teil, einige von ihnen als Teilnehmer der vom Afrika-Verein, der Deutsch-Tunesischen Industrie- und Handelskammer und der EMA gemeinsam zusammengestellten Wirtschaftsdelegation. In enger Zusammenarbeit mit der Bundesregierung wurde den Teilnehmern an den zwei Tagen vor und während der Konferenz ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten. Dieses lieferte wichtige Hintergrundinformationen, bot den Delegationsteilnehmern die Gelegenheit, sich noch intensiver mit dem Investitionsstandort Tunesien vertraut zu machen und stellte somit die optimale Vorbereitung auf und Begleitung für die Konferenz dar.  

Im Zuge verschiedener gemeinsamer Aktivitäten konnten die Teilnehmer dabei von dem Expertenwissen und den Erfahrungen von Christian Wulff, Bundespräsident a.D.,  von Botschafter Dr. Joachim Rücker, Sonderbeauftragter der Bundesregierung für die Stabilitätspartnerschaft Mittlerer Osten, von Günter Nooke, Persönlicher Afrikabeauftragter der Bundeskanzlerin und Afrikabeauftragter des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, sowie von Dr. Andreas Reinicke, deutscher Botschafter in Tunis, und profitieren. 

Wertvolle Informationen aus erster Hand bekamen die Teilnehmer während persönlicher Audienzen bei dem Minister für Industrie und Handel, dem Minister für Kommunikationstechnologie und digitale Wirtschaft und der EU-Kommission. Mehrere B2B-Meetings gaben zudem Gelegenheit zum direkten Dialog mit ausgewählten tunesischen Unternehmen. Komplettiert wurde das anspruchsvolle Programm durch eine Podiumsdiskussion der Westerwelle Foundation im Startup Haus Tunis und einem Besuch im Technopark Elgazala. Diese lenkte besondere Aufmerksamkeit auf Startup-Firmen und deren Potentiale für die Zusammenarbeit mit deutschen Unternehmen, insbesondere im IT-Bereich.

Sowohl die Konferenz als auch das Rahmenprogramm haben gezeigt, dass Tunesien über ein enormes wirtschaftliches Potential verfügt. Um dieses voll auszuschöpfen und seine ehrgeizigen Ziele zu erreichen, ist das Land sehr an weiteren Investitionen – auch aus Deutschland – interessiert. Mit den Worten „Deutschland steht Tunesien als Freund und Partner zur Seite. […] Deutsche Unternehmen sind bereits sehr aktiv in Tunesien: In über 250 deutschen Unternehmen arbeiten etwa 55.000 Menschen. Das sind über 250 Win-Win-Situationen und weit mehr als 55.000 gute Perspektiven für die Zukunft. Ich wünsche mir, dass es noch sehr viel mehr werden!“ rief Christian Wulff, Bundespräsident a.D. zu einem verstärkten Engagement in Tunesien auf – und spätestens die Delegationsreise hat allen Teilnehmern gezeigt, wie lohnenswert dies sein kann.


>> Zum ausführlichen Bericht der Westerwelle Foundation zur Podiumsdiskussion im Startup Haus Tunis

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